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Tauchen in die Vergangenheit, Suchen nach Altertümern, Abenteuer in versunkenen Städten. Keine Disziplin fasziniert Sport- und
Profitaucher mehr, als das Aufspüren vergangener Epochen, die im Meer versunken und verschwunden sind.
Das vorliegende Buch behandelt aber nicht das
profane Entdecken und Bergen von Amphoren. Hier wurde vor der ägyptischen Hafenstadt Alexandria eine ganze Epoche im Mittelmeer ausgegraben. Tatort ist der antike
Hafen von Alexandria. 10 Jahre buddelten die UW-Archäologen, bis die sensationellen Funde geborgen waren. Dokumentiert wurden die Unterwasserausgrabungen von Christop
Gerigk, einem der besten und kreativsten Unterwasserfotografen der Welt. Die Unterwasserbilder, meistens in sehr trüber Umgebung gemacht, verdeutlichen die
Meisterleistung des Fotografen. Sie machen Lust auf ähnliche Tauchgänge und historische Funde. Im Buch, das eine Mischung aus Bildband und unterhaltsamer Historik
ist, erfährt man Seltsames und Verblüffendes. Alexandria war die Geliebte von Alexander dem Großen, der sich trotz homosexueller Beziehungen zur Ehe bekannte. Hat
er ihr zu Ehren die Hafenstadt nach ihrem Namen benannt? In den versunkenen Welten des antiken Alexandria wurde beispielsweise eine Statue von Caracalla gefunden.
Cäsar, Gott und menschliches Monster in einem, der in Alexandria ein Massaker veranstaltete, dem die halbe Stadt zum Opfer fiel. Unterwasserarchäologie ist eine
Wissenschaft, die neben der Theorie viel praktisches Wissen verlangt. Wen repräsentieren die Köpfe und Statuen im Schlamm vor der ägyptischen Mittelmeerküste? Warum
gerade hier und nicht im Roten Meer? Ein mächtiges Buch mit ausladendem Einband und emotionalem Inhalt. Gut geeignet für Taucher mit etwas historischem
Hintergrundwissen, einer Affinität zur Antike und Freude an einzigartigen Bildern. Aber auch, wenn man wenig über das Altertum weis, geht der Inhalt unter die
Haut. Tauchen, das ist sicher, kann man fast überall und finden kann man selbst bei Null Sicht noch etwas. Als Quintessenz bleibt die Gewissheit, dass möglicherweise
nicht das Rote Meer die spannenderen — Tauchgänge verspricht, sondern die unbekannte Mittelmeerküste vor Ägypten — wenngleich bei weitaus geringerer
Sichtweite. Die Mittelmeerküste vor Ägypten, an der es zum Glück weder Tauchschulen noch Safariboote gibt, ist eine der letzten unbekannten Wasserwelten. Wer hätte das
gedacht.
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