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Der Trend hält an, zu günstig kalkuliertem Preis Armbandcomputer mit allen Features anzubieten, die man zur Gestaltung auch
anspruchsvollerer Sporttauchgänge benötigt. TUSA hat sein Rechner – Portfolio mit dem „IQ – 650 Element“ erweitert und spricht damit nicht nur
Sparfüchse an. Alles drin, alles dran, so begleitete der IQ – 650 Element unsere Testtauchgänge.
International nennt man den neuen Armbandrechner IQ
– 650 Element auch „puckstyle“, weil er dem Anfang 2008 vorgestellten Bruder von Mares, dem „Puck“ hinsichtlich Größe und Bedienungskonzept mit nur
einer Taste recht ähnlich ist. In der Anfangsphase der Auslieferung liegt der IQ - 650 Element noch etwas höher im Preis als der „Puck“, eine Annäherung der sich
am Markt einspielenden Verkaufspreise darf man aber erwarten.
Grundsätzlich stammen die beiden kleinen Rechenkünstler aus unterschiedlichen Familien, was
diverse Features belegen. In zwei Kategorien punktet der IQ -Element: Die Bergsee – Höhenanpassung erfolgt automatisch bei großem Spielraum nach oben und ein
mitgeliefertes Werkzeug erlaubt das Batteriefach zu öffnen, um die handelsübliche Lithium – Knopfzelle, Typ 3V CR 2450, wirklich selbst auszuwechseln. Schafft
man beim Boxenstopp, also beim reinen Wechsel der Batterie, alles in einem Zeitfenster von 8 Sekunden, bleiben sogar die Daten eines laufenden Entsättigungsmodus (nach
einem Tauchgang) erhalten. Und, solange die Batterie (prognostizierten Lebensdauer 100 Tauchstunden bei Einzeltauchgängen bzw. 300 Tauchstunden innerhalb von
Folgetauchgang - Rechenintervallen) genügend Saft hat, gleicht der IQ – 650 Element auch im abgeschalteten Modus alle 30 Minuten den Umgebungsdruck ab. Ab 916
Meter über Meereshöhe wird automatisch in das erste Bergseelevel gewechselt. Alle weiteren 305 Meter erfolgt eine Anpassung des Rechenmodells bis man 4270 Höhenmeter
überschreitet. Hier erreicht die Software ihr Limit und der Rechner kann in diesen Sphären nicht eingesetzt werden. Zweifelsohne ist diese Höhengrenze für ein
kostengünstiges Consumer - Modell mehr als großzügig definiert.
Die Bedienung des IQ – 650 mit nur einer Taste, ein Trend, der sich in diesem
Produktbereich durchzusetzen scheint, kann einfacher nicht sein. Im Oberflächenmodus blättert man mit kurzem Druck durch die Menüs, ein längerer Druck wählt in
vorgegebener Reihenfolge veränderbare Parameter oder die Logbuchseiten an. Die automatische Aktivierung bei Wasserkontakt ist natürlich auswählbar und auch zu
empfehlen, da eine manuelle Einschaltung ab 1,2 Meter Wassertiefe nicht möglich ist.
Presslufttauchgänge und Nitroxmischungen bis 50% Sauerstoffanteil können
durchgeführt werden. Der Sauerstoff – Partialdruck ist auf 1,2 oder 1,6 festzulegen. Tiefenstopps berechnet der IQ – 650 bei nicht
dekompressionspflichtigen Tauchgängen, wenn die Tiefenmarke von 24 Metern für eine Sekunde überschritten wurde. Zusätzlich addiert sich ein Sicherheitsstopp zwischen 3
und 5 Metern. Bei Dekotauchgängen wird auf diesen Zusatzstopp verzichtet. Als Algorithmus für Dekotauchgänge wird ein modifiziertes Haldane Rechenmodell mit 12
Geweben verwendet, für die nicht dekompressionspflichtigen Abstiege basiert das Rechenmodell auf einer Bühlmann – Tabelle (ZHL – 16c), den Tiefenstopps
liegen Daten von Morrani und Bernett zugrunde. Bei 99,9 Meter Tiefe findet der Einsatzradius des IQ – 650 Element seine Grenzen. Das Logbuch speichert 12
Tauchgänge mit den wichtigsten Fakten. Auch wenn Kontakte für einen Computeranschluss am IQ - 650 zu finden sind, bei diesem Modell haben sie keine Funktion, wohl aber
bei Upgrade - Modellen des Herstellers. Aus nachvollziehbaren wirtschaftlichen Gründen (ein geändertes Bauteil hätte nicht unerhebliche Kosten generiert) wurde
vom Unternehmen darauf verzichtet, dem IQ - 650 eine Bodengruppe ohne Computerstecker zu spendieren. Ohne Frage ist dieses äußere Produktmerkmal irreführend und TUSA
Deutschland ist auch nicht glücklich über diese Lösung. Auf eine zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung des LC-Displays wurde verzichtet. Um den Computer auch im
Tauchschulbetrieb einsetzen zu können, ist das Löschen laufender Berechnungen im Oberflächenmodus möglich. Von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, nachdem der
Computer nach einem gravierenden Dekoverstoß für 24 Stunden für die Benutzung gesperrt wurde, wird natürlich dringend abgeraten. Aufgeräumt und klar strukturiert
zeigen sich die Daten auf dem Display. Aktuelle Tiefe, größte Tiefe, Tauchzeit, Temperatur, Restnullzeit, Stickstoffsättigung (Balkenindikator) oder Dekopflicht,
Uhrzeit, Aufstiegsgeschwindigkeit (Balkenindikator), bei Nitrox auch Sauerstoffsättigung (Balkenindikator) und diverse Warnhinweise sind in zwei Anzeigeebenen
organisiert. Mit Tastendruck wechselt man in die zweite Anzeige, so werden verwirrend viele und zu klein dargestellte Daten auf dem Display vermieden. Das ist alles
eingepackt in ein robustes Kunststoffgehäuse mit Gummiarmierung und großzügig lang bemessenem Armband.
Varianten zum Einbau des IQ – 650 Element in
TUSA - Konsolen mit Finimeter und Kompass sind vorbereitet.
Praxis
Die Erstinbetriebnahme und Grundeinstellung von Uhrzeit, Datum,
Stundenformat, Wasserkontakt und gegebenenfalls auch Nitroxparameter, ist dank der Eintasten – Bedienung intuitiv zu bewerkstelligen, was nicht dazu auffordert,
auf das Studium der Anleitung zu verzichten.
Das Armband erweist sich als lang genug, um den IQ – 650 auch über einem Trockentauchanzug zu tragen.
Man findet sich auf dem Datendisplay sofort zurecht, die Anzeigen sind deutlich und klar ablesbar. Das Kunststoffglas über dem Display sollte man in eigener Regie mit
einem Kratzschutz ausstatten, möchte man es langfristig von Gebrauchspuren frei halten.
Mit dem mitgelieferten Spezialwerkzeug lässt sich das Batteriefach
einfach öffnen und der Austausch der Knopfzelle bewerkstelligen.
Fazit
Der IQ – 650 Element von TUSA richtet sich an Sporttaucher, die ihrem
Hobby im ganz normalen Rahmen nachgehen und dennoch genügend Reserven zur Verfügung haben, sich an anspruchsvollere Unternehmungen heranzuwagen. Das Handling ist
bestechend einfach, die automatische Höhenanpassung gefällt. Das Preis / Leistungsverhältnis ist gut, am Markt wird sich wohl die Annäherung an die Kalkulation von
Wettbewerbsmodellen ergeben.
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