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Lange Zeit beherrschte Japans Uhrenindustrie den Markt exklusiver Taucheruhren mit integrierten Tiefenmessern oder auch Logbuchfunktion.
Aus Italien rückt nun das Label IMMERSION an, um deutlich preisgünstigere Modelle für unterschiedlichste Zielgruppen im Tauchsportsegment anzubieten. Obwohl
hochwertige Komponenten der Schweizer Uhrenindustrie verwendet werden, bleibt eine „H2O“ – Uhr durchaus bezahlbar.
Die IMMERSION H2O ist mehr
als eine Taucheruhr mit Analoganzeige aber etwas weniger als ein üblicher Tauchcomputer. Man findet ihre Ausstattung in der Mitte aus beiden Ansprüchen. Sie zielt auf
den Anwender, der auch in der Freizeit auf sein Hobby oder den Beruf aufmerksam machen möchte und nach einem Instrument sucht, das die wichtigsten Tauchgangparameter
anzeigt und abspeichert. Natürlich könnte man mit der H2O allein einen geplanten Nullzeittauchgang sicher beherrschen, hat man eine Dekotabelle dabei, doch das ist
nicht das erklärte Ziel des Herstellers. Das gute Stück macht Eindruck, 18 Millimeter ist das Edelstahlgehäuse hoch und hat neben der Krone für die Einstellung der
analogen Uhranzeige weitere 4 Drucktasten zur Steuerung der verschiedenen Funktionen. Gelungen ist das Design des Armbands, das Stahlelementen und einem Kautschukband
gefertigt ist, dessen Länge aber nicht für das Tragen über einem Trockentauchanzug ausreicht.
Natürlich interessiert zuerst die für Tauchgänge relevante
Technik. Die Anzeige der Tauchdaten schaltet sich automatisch bei Erreichen von 1,5 Metern Wassertiefe ein, eine manuelle Aktivierung ist nicht vorgesehen und auch
nicht notwendig, der Tauchsensor MS 5534 (Schweizer Fertigung) arbeitet präzise. Umgekehrt verlässt die H2O in Tiefen unter 1,5 Metern selbständig den Tauchmodus und
kehrt in die klassische Uhrfunktionsebene zurück. Taucht man im Zeitraum von 10 Minuten wieder ab, so werden die Gesamtdaten des zweiten Tauchgangs dem ersten
hinzugerechnet. Ist die Pause länger als 10 Minuten aber innerhalb von 24 Stunden nach Ende des vorangegangenen Tauchgangs, dann wird ein neuer Abstieg berechnet und
ins Logbuch abgelegt, es erscheint aber im Display die Erinnerung „REP“ – für Wiederholungstauchgang. Als Anzeigen während des Tauchgangs stehen zur
Verfügung: Tauchtiefe aktuell, größte Tauchtiefe, verstrichene Tauchzeit, Wassertemperatur, Auf- und Abstiegsgeschwindigkeit sowie der „Schwebezustand“. Blinkend
warnen die Symbole bei Abtauchgeschwindigkeiten von mehr als 10 Metern pro Minute bzw. Aufstiegsgeschwindigkeiten von mehr als 6 Metern pro Minute. Die Warnung für zu
schnelles Auftauchen ist sehr konservativ ausgelegt und reagiert schneller als bei herkömmlichen Computern, doch das schadet nicht, Sicherheitsreserven machen Sinn.
Die Frage nach der Notwendigkeit den Schwebezustand oder die Abstiegsgeschwindigkeit zu signalisieren kann so beantwortet werden: Im offenen Meer, bei schlechter
Sicht oder bei Nachttauchgängen fehlen meist optische Fixpunkte, an denen man feststellen kann, ob man absinkt oder in der Schwebe ist. In Austauchphasen kann es dann
wirklich hilfreich sein, diese Information von der H2O zu erhalten um entsprechend zu tarieren. Die integrierte Hintergrundbeleuchtung lässt sich – nach
entsprechend vorbereiteter Einstellung – durch einfaches Drehen des Handgelenks um 180° für jeweils 5 Sekunden aktivieren. Es muss also keine Drucktaste dafür
betätigt werden. Ein interessantes Feature, wie wir meinen. Die Daten von 10 Tauchgängen werden abgespeichert, ablesbar im Logbuchmodus als größte Tiefe, Dauer,
zuletzt gemessene Wassertemperatur, Uhrzeit des Abtauchens und dem Datum. Im Logbuchmodus kann man auch alle Anzeigeparameter einstellen, Tiefenmessung in Fuß oder
Meter, Temperatur in Celsius oder Fahrenheit, Salzwasser- oder Süßwassertauchgang. Zudem ist es möglich einzelne Tauchgänge oder alle Tauchgänge aus dem Logbuch zu
löschen. Normalerweise wird aber nach 10 Tauchgängen durch einen aktuellen Tauchgang der am längsten zurückliegende Tauchgang automatisch überschrieben.
Als
weitere Modi stehen die Standardfunktion der Uhrzeit (analog – Schweizer Quarzwerk - und digital angezeigt), mit Datum und Temperatur zur Verfügung. Stellt man
die Analogzeit und die digitale Anzeige unterschiedlich ein, so hat man die Möglichkeit zwei Zeitzonen abzulesen. In Uhrmodus kann auch der Kontrast des LC-Displays in
15 Stufen angepasst werden. Weitere Modi: Wecker (drei unterschiedliche Weckzeiten), Chronograph (mit 99 Zwischenzeiten, maximal 23 Std, 59. Min, 59 Sek.) und Timer
(Countdown). Natürlich umgibt das Zifferblatt ein einseitig drehbarer, gerasteter Zeiteinstellring.
Zwei Sondermodelle der IMMERSION H2O sind außerdem
verfügbar. Man kann seine H2O mit Namen und Brevetdaten personalisieren lassen und trägt dann ein ganz einmaliges Stück am Handgelenk. Für Tauchlehrer gibt es (gegen
Nachweis) ein limitiertes Sondermodell, das auf diesem Weg Individualität deutlich macht.
Praxis
Die H2O macht was her am Handgelenk, kein
Zweifel, sie ist ein Hingucker, die auf sich aufmerksam macht. Doch um nur die Blicke anzuziehen wurde sie nicht produziert sondern für den gelegentlich auch harten
Einsatz unter Wasser. Die Länge des Armbands reicht bei normalen Handgelenken auch noch um sie über einem 7 mm starken Anzug zu tragen. Abgetaucht aktiviert sich
der Tauchmodus anstandslos. Die Temperaturwerte werden spontan ermittelt und angezeigt. Die Ablesbarkeit der Anzeigen ist bei geradlinig zum Auge ausgerichteter Uhr
einwandfrei, bei stärkerer Verkantung kann durch das flache Glas eine Reflexion erfolgen. Um die Digitalanzeigen durch die Zeiger der analogen Zeitdarstellung nicht
abzudecken, sind diese zum Teil „transparent“. Das macht das Ablesen der analogen Anzeige etwas gewöhnungsbedürftig. Lesebrillenpflichtige Taucher sollten
berücksichtigen, dass die Digitalanzeigen möglicherweise mit einer entsprechend korrigierten Maske verbessert werden kann. Bequem ist die Zuschaltung der
Hintergrundbeleuchtung mittels 180° DREHUNG des Handgelenks. Man kann für das Ablesen der Uhr unter schlechten Lichtverhältnissen zudem Zifferblatt und Zeiger mit
einer Handlampe kurz anstrahlen, diese leuchten kräftig nach. Die Tiefenanzeigen und Tauchzeitmessung korrespondieren mit dem mitgeführten Dekocomputer.
Fazit
Schmuckstück und Instrument, ein Stück Lebensart, so kann man die H2O beschreiben. Ganz nebenbei ergänzt sie den primär eingesetzten Computer und kann
im Falle eines Ausfalls der Daten dafür sorgen den Tauchgang sicher zu beenden. Das gibt ein gutes Gefühl. Aber auch passionierte Schnorchler und Apnoetaucher finden
daran Gefallen. Und das zu einem Preis, der unter dem vergleichbaren Fernost – Niveau liegt.
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