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Armbandcomputer, die auch im täglichen Gebrauch auf das Hobby seines Trägers aufmerksam machen, gehören mittlerweile ins Angebot der
führenden Instrumentenhersteller. Chic und allzeit für Tauchgänge bereit verbreiten sie das Gefühl eben erst aus dem Wasser gekommen zu sein. Ausgestattet mit den
gleichen Funktionen wie ihre großen Brüder sind sie vollwertige Tauchcomputer – solange das Auge nicht lesebrillenpflichtig ist.
Der Suunto D6 ist ein
naher Verwandter des D9, der zusätzlich die drahtlose Luftintegration anbietet. Der Verzicht auf dieses Feature reduziert den Preis des D6 um etwa 25%, was ihn aber
deshalb noch lange nicht zum Schnäppchen für jedermann macht. Je nach Anbieter muss man knapp 700,- Euro dafür bezahlen, was den Computer zweifelsfrei zum Statussymbol
aufwertet und dieser gut und gerne auch beim Juwelier in der Auslage die Blicke anziehen würde. Das Design des Metallgehäuses vermittelt eher Understatement, es ist
nicht protzig, die Dimension liegt nur gering über der hochwertiger Taucheruhren. Die Drücker und Sensoren sind so abgerundet, dass die Hemdmanschetten im
Alltagseinsatz nicht der Gefahr ausgesetzt sind aufgerauht zu werden. Der Clou des D6 ist zweifelsohne der integrierte elektronische Kompass. Vor dessen Einsatz
muss man ihn zunächst kalibrieren, das heißt, das Instrument muss Gelegenheit bekommen sich auf das Erdmagnetfeld einzustellen. Ausprobiert in der Redaktion, umgeben
von Computern und Bildschirmen kam es aber nur zu Fehlermeldungen. Erst nachdem man den Schauplatz wechselte und im Freien, fern von elektrischen Stör- und
Magnetfeldern den Vorgang wiederholte, konnte sich der D6 einnorden. Bei Fernreisen empfiehlt es sich lt. Hersteller außerdem die Kalibrierung erneut durchzuführen.
Doch das ist an sich nur dann notwendig, wenn man mit Hilfe von Seekarten an eine bestimmte Stelle navigieren möchte. Um unter Wasser einen Dreieckskurs zu absolvieren
oder zum Einstiegspunkt zurückzufinden, ist die absolut exakte Feinabstimmung nicht zwingend notwendig. In seinen Grundfunktionen unterteilt sich der D6 wie andere
Computer ähnlicher Bauart in drei Bereiche: Uhr, Tauchcomputer, Logbuch. Die Uhr lässt zwei Zeitzonen einstellen, kann als Stoppuhr und mit Alarmfunktionen verwendet
werden, zeigt das Datum und die Sekunden. Der Tauchcomputer ist als reiner Tiefenmesser für Apnoe oder Techtaucher zu aktivieren, als Tauchgangrechner zieht er alle
Register moderner Instrumente. Wahlweise werden Normalluft oder Nitrox berechnet, bei Nitrox sind sogar zwei Gemische einstellbar, die während des Tauchgangs
auswählbar sind. Die neuesten RGBM Algorithmen, entwickelt von Suunto und Bruce R. Wienke, stehen hinter den Anzeigen. Tiefenstopps wie auch obligatorische
Sicherheitsstopps von drei Minuten in Tiefen zwischen 6 und 3 Metern werden angezeigt. Um die Sättigungsberechnung auch unter verschiedenen persönlichen Bedingungen
anzupassen, kann man dem D6 entsprechende Vorgaben machen, was zu konservativeren Kalkulationen führt. Während sich der Computer bei Wasserkontakt selbst aktiviert,
muss man die Höhenlevel (Bergseemodus) selber einstellen. Auch ist die Tiefenberechung nur auf Meerwasser ausgelegt, bei Tauchgängen im Süßwasser ist eine etwa
3-prozentige Abweichung der Tiefenanzeige zu berücksichtigen. Während des Tauchgangs werden in unterschiedlichen Anzeigeebenen, die man mittels Tastendruck wählen
kann, alle tauchgangrelevanten Daten angezeigt. Aktuelle Tiefe, größte erreichte Tiefe, Stickstoffsättigung, gegebenenfalls auch Sauerstoffsättigung, Restnullzeit oder
Dekostufe, Aufstiegsgeschwindigkeit, Temperatur, Gesamtaufstiegszeit und einiges mehr. Die Anzeigen sind beleuchtbar. Allerdings hat ein lesebrillenpflichtiges
Klientel bei einigen Anzeigen und Warnhinweisen aufgrund der kleinen Darstellung von Zahlen und Symbolen Probleme mit der Ablesbarkeit. Hier fordert das im Vergleich
zu klassischen Tauchcomputern deutlich kleinere Display seinen Tribut. Über wie unter Wasser ist der Blick auf die Anzeigen klar und kaum von Reflexionen gestört.
Während des Tauchgangs kann man fürs Logbuch ein Lesezeichen setzen, was die in diesem Moment abgespeicherten Daten inklusive der Kompassrichtung besonders hervorhebt.
So könnte man ein bestimmtes Ziel unter Wasser wiederfinden oder beim Austausch der Logbucheinträge über die Suunto Website anderen Tauchern zugänglich machen. Das
Kunststoffarmband erlaubt mittel beigefügter Verlängerung den D6 auch mit Trockentauchanzügen einzusetzen. Der ebenso mitgelieferte Kratzschutz für das Display sollte
genutzt werden um den schmucken Computer langfristig wie neu aussehen zu lassen. Im Logbuchmodus gefällt die grafische Ausarbeitung des Tauchgangprofils, das auch
Dritten einen raschen Überblick über die Gestaltung des Tauchgangs ermöglicht. Mittels optionaler Software und Interface können die Logbuchdaten auf einen PC
übertragen und umfangreich editiert werden. Die Lithium – Batterie hält bei 100 Tauchgängen jährlich zwei Jahre, bei wenigen Tauchgängen und seltener Nutzung
der Beleuchtungsfunktion sind bis zu drei Jahren Betriebsdauer erzielbar bis die Zelle im Fachbetrieb gewechselt werden muss. Eigene Eingriffe in den D6 sind nicht
möglich. Das Handling des D6, das Navigieren durch die verschiedenen Anzeigeebenen sowie die Auswahl und Einstellung der Parameter ist durchdacht und kann zum
großen Teil intuitiv erfolgen.
Fazit
Der D6 ist ein sehr funktionelles Statussymbol für Taucher mit scharfen Augen. Von Seiten der
Anwendungsprogramme hat man an vieles gedacht und bietet sogar einige Features mehr als es größere Brüder im Wettbewerb beherrschen. Der integrierte Kompass rundet das
Technikpaket unverwechselbar ab.
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