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Im Angebot von Seemann fehlte ein Hybrid – Jacket für einen anspruchsvolleren Anwenderkreis. Diese Lücke schließt nun das VAPOR,
das mit dezenten weißen Applikationen auch optisch auf sich aufmerksam macht. Schnitt und Design dürfte für Taucherinnen und Taucher interessant sein. Die
Bewährungsprobe absolvierte das VAPOR im spätherbstlichen Bergsee.
Wing- oder ADV – Blase, für so manche stellt sich dies als brennende Frage vor
Anschaffung eines neuen Jackets. Das Wing – Design vermittelt ja auch einen Nimbus von Technical Diving und großer Erfahrung. Damen schätzen zudem die große
Bewegungsfreiheit im Brustbereich, soweit sie sich nicht für ein spezielles Ladyjacket entscheiden wollen. Die Lösung heißt Hybrid – Jacket, das die Vorzüge
beider Blasenkonzepte vereint, deren Nachteile gleichzeitig kompensiert. Natürlich steht hier nicht das typisch auf den Benutzer abstimmbare Wing zur Diskussion, das
individuell aus Einzelkomponenten zusammengestellt werden kann, sondern eine Wingkonzeption, die im Sporttauchbereich angesiedelt ist. Hier macht man sich beim VAPOR
die unübertreffbare Wingtrimmung unter Wasser zunutze, die den User unter Wasser waagrecht ausrichtet und zugleich den Wasserwiderstand minimiert. Andererseits halten
Wingblasen den Körper an der Oberfläche nicht in einer aufrechten Position, was nur durch die seitlichen Luftkammern einer ADV – Blase auszugleichen ist.
Seemann hat den Hybrid – Kompromiss noch durch rückwärtige Trimmbleitaschen verfeinert und präsentiert mit dem VAPOR ein Produkt, das allen Sporttauchansprüchen
gerecht werden kann.
Mit kleinen Schritten versucht Seemann tristes Schwarz im Jacketdesign durch Farbe aufzuhellen, Applikationen in Weiß akzentuieren die
Außenseiten der Taschen und den rechten Schultergurt. Die Gestaltung ist unisex. Reflexeinsätze oberhalb der ADV-Schnallen der Schultergurte bekommen einen Pluspunkt
auf Seiten passiver Sicherheit. Auf kleine Details, die das Leben leichter machen, legte man beim VAPOR großen Wert. Ob es nun die Fingerlasche an der
Schlauchführung des Inflators ist - damit öffnet man die mit Velkroband fixierte Lasche ruckzuck – oder das Inflator - Mundstück, das hier zum Mund es
Tauchers hin waagrecht positioniert wurde und das Befüllen der Blase auf diesem Weg erleichtert. Nicht zu vergessen der verstellbare Brustgurt, Taucherinnen schätzen
dieses Feature ganz besonders. Außerdem sind beidseitig Fixierungspunkte für spezielle Jacketmesser vorbereitet. Die Leiste mit den Befestigungsösen lässt sich zur
Montage aufklappen, große Klettflächen heften die geschickt konstruierte Halterung zusammen. Vorbildlich können die Gurte auf den Benutzer angepasst werden, heute
Trocki, morgen Shorty, damit hat das VAPOR keine Probleme. Ein flexibler Kummerbund hält den Bauchgurt auch in größerer Tiefe gut am Körper. Dem immer weiter
verbreiteten Rückenproblemen hat man sich mit einer komfortablen Polsterung und einer wirksamen Wirbelsäulenunterstützung angenommen. Dazu lassen sich die Bleitaschen
auch am Mann, an der Frau getragenen Jacket schnell platzieren, es muss in keine Schiene oder ähnliches eingefädelt werden. Die integrierten Bleitaschen werden mit
einer Kombination aus Klettfixierung und Einsteckschnalle verankert. Geradlinig kräftiger Zug entriegelt die Gewichtspäckchen, die insgesamt 9 Kilogramm Blei aufnehmen
können. Schön gelöst, werden die Bleitaschen nur teilbefüllt, verhindern Kletteinsätze das Verrutschen der Gewichte. Zur weiteren Optimierung der Körperlage an der
Oberfläche und unter Wasser dienen die Trimmbleitaschen, unmittelbar neben der Rückentrage, zugänglich von der Innenseite des VAPOR. Hat man sie gefunden, dann
verschwinden die Bleipäckchen, maximal je 2.5 kg je Seite, schnell in den Taschen, die wieder von großen, klettbestückten Laschen verschlossen werden. Bleiben wir
bei den Taschen, davon hat es klassische zwei, mit Zipper, deren Nutzvolumen von der Befüllung der ADV – Blase und der Bleieinschübe abhängig ist. Entlüftet
werden kann das VAPOR über den Inflator und drei Schnellablässe. Die mechanisch besonders geforderten Bereiche wie Taschen und Schultergurte sind aus 1000 DEN
Cordura gefertigt. Das Jacket ist doppelflaschentauglich, Monoflaschen bis 20 l Volumen können angesetzt werden. Last but not least, 6 Edelstahl – D-Ringe
schaffen genügend Freiraum alles mögliche an Zubehör anzuhängen oder zu sichern. Seemann oder bald schon Sub Gear, wie das Label in Zukunft heißen wird, hat
also wieder eine hochwertige Produktentwicklung im Angebot.
Praxis
Das VAPOR erlaubt alle Feineinstellungen an den User vorzunehmen. So kann
es wie eine zweite Haut getragen werden. Die Verstellbarkeit des Brustgurts kommt im Test bezüglich der Lage des Lufteinlassventils am verwendeten Trockentauchanzugs
zur Wirkung. Die Einschübe des integrierten Blei lassen sind wirklich einfach in Position bringen. Unter Wasser stellt sich die wingbedingte tadellose Tauchlage
ein. Der Powerinflator reagiert kraftvoll. Der Knauf zum Schnellablass über das Ventil auf der rechten Schulter könnte etwas mehr Abtrieb haben, damit man ihn auch mit
den Fingern in dicken Handschuhen verpackt, schnell an der erwarteten Position findet. Über Wasser generiert das Jacket eine aufrechte Position, auf den Weg
gebracht durch die ADV –Auftriebskörper seitlich und das Trimmblei. Vom Rücken gab es keine „Fehlermeldungen“, das VAPOR lag angenehm und druckentlastet
an. Zurück an Land ergießen sich auch keine zusätzlichen Wassermengen aus dem Rückenpolster, das gefällt.
Fazit
Hybrid macht Sporttauchern mit dem
VAPOR Spaß. Es zeigt Liebe zum Detail und generell positive Umsetzung aller produktrelevanten Aufgaben. Hochwertig verarbeitet, angenehm im Handling stellt dieses
Jacket nur einen Kompromiss bei der Gestaltung der Tarierblase dar, nicht aber beim Einsatz.
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