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Bei Einsteigerkameras für die UW - Fotografie ist der japanische Hersteller Sea & Sea weltweit Marktführer. Mit den speziell für
Taucher konzipierten Modellen MX-10 und MM II-EX beherrscht die innovative Firma das Szenegeschehen von A bis Z. Jetzt greift Sea & Sea auch nach Schnorchlern,
Tauchknipsern und Jugendlichen. Zugpferd in diesem Segment ist die MX-5. Mit ihr hofft der „Gelbe Riese“ auf Stückzahlen, wie sie im Unterwasserbereich noch nie
da waren. Und das nicht mal zu Unrecht. Herbert Frei stellt den tauchenden Knipszwerg vor.
Kann man mit so etwas überhaupt fotografieren?
Spiegelreflexfotografen werden sich beim Anblick der MX-5 aus lauter Verlegenheit in diese Fragestellung flüchten. Erinnern wir uns. Als Sea & Sea die UW - Kamera
MX-10 vorstellte, erntete das Produkt mehr Spott und Hohn als den Machern lieb war. Heute sind alle Tiraden verflogen und selbst kritische Zeitgenossen äußern
Hochachtung vor der Bildqualität und den Einsatzmöglichkeiten dieses Kamerasystems. Noch mehr aber verblüffte der Verkaufserfolg. Über 10 000 MX-10-Kameras sind in
Deutschland verkauft worden. Da müssen auch die hartnäckigsten Kritiker zur Kenntnis nehmen, dass sich die Fotowelt unter Wasser nicht nur um Kameras wie Nikon F5 oder
Canon EOS 1v dreht. An der Stärke des Geldbeutels orientieren sich die Kaufentscheidungen, ob man das wahrhaben will oder nicht.
Doch selbst die preiswerte
MX-10 mit ihrem Setpreis von ca. 1000 Mark (Euro 511,29) kann keinen Jugendlichen zum Kauf verführen, wenn diesem das Geld fehlt, wird auch keinen Easy - Knipser in
die Arme der UW - Fotografie locken, sofern diesem das Produkt immer noch zu kompliziert vorkommt. Die neue Basic-Kamera heißt MX-5. Mit ihr beginnt das
Shootingzeitalter der kompromisslosen Einfachfotografie. Einzustellen gibt es so gut wie nichts mehr, Accessoires werden keine angeboten, der Kaufpreis markiert das
Ende des Ausbaus, leichter kann man nicht mehr in den Urlaub fliegen.
Bestückt werden kann die MX-5 mit DX-codierten ISO 100/21° und ISO 400/27° -Filmen, wobei
Käufern zum unproblematischen Farbnegativmaterial geraten werden muss. Diafilme sollten nur bei viel Engagement und guten Lichtverhältnissen verwendet werden. Die
dabei vorausgesetzte exakte Belichtung kann mit der einfachen Mechanik sicher nicht immer gewährleistet werden. Der belichtete Film wird automatisch nach dem Belichten
oder manuell über eine Rewindtaste zurückgespult. Man kann ihn ergo auch teilbelichtet entnehmen. Ein kleines Display links oben zeigt das Filmzählwerk, das
Batteriesymbol, den richtigen Filmtransport und das Blitzsymbol. Dieses wird aber auch in Form einer grünen Diode am Sucherokular angezeigt. Der Auslöseknopf ist gross
und leuchtet gelb auf dem Kameradach. Ebenso der Einschalter an der Kamerafrontseite. Dreht man diesen auf ON, klappt der Sportsucher hoch, mit dessen Fadenkreuz man
die Objekte anpeilt. Die Parallaxe (Schnittpunkt zwischen Peilung und optischer Achse) befindet sich in 1,2 m Entfernung. Verwendet werden sollte der Sportsucher nur
unter Wasser. Fotos an Land macht man besser mit Blick durch das Kameraokular. Der eingebaute Kleinblitz schaltet sich automatisch zu, wenn die Lichtverhältnisse
gemäss der Filmempfindlichkeit nicht mehr ausreichend sind. Man kann den integrierten Blitz aber auch absichtlich zuschalten, muss dazu nur einen Finger auf das neben
dem externen Sucher befindliche Messauge legen. Dann glaubt die Kamera, es wäre zu wenig Umgebungslicht vorhanden und schaltet den Blitz ein. Das Blitzlicht wird über
eine Computersteuerung in Abhängigkeit der Filmempfindlichkeit dosiert. Weil das Blitzlicht frontal abstrahlt, sollte das Wasser eine Mindestsichtweite von 5-8 m
besitzen. Mit einer Leitzahl 8 bei ISO 100/21° (unter Wasser etwa LZ 4) und LZ 16 bei ISO 400/27° (unter Wasser etwa LZ 8) besitzt der Blitz eine für ISO 400/27°
-Filme ausreichende Energieabgabe.
Die gesamte Bedienung ist auf einfaches und unkompliziertes Handling abgestimmt. Die Verschlusszeit steht fest auf 1/100 s,
die Blende besitzt einen Festwert von 9, das Objektiv selbst ist ein Dreilinser mit 28 mm Brennweite. Weil die MX-5 als Sucherkamera ausgelegt ist, muss die Entfernung
geschätzt werden. Die Schärfenebene liegt an Land bei 1,6 m, unter Wasser bei 1,2 m. Daraus ergibt sich beim Tauchen eine Schärfentiefe von 0,7 bis 1,7 m, d.h.,
Motive, die sich näher als 0,7 m zur Kamera befinden, können nicht mehr scharf abgebildet werden. Das Blitzlicht reicht dann mit einem ISO 100/21° -Film bis ca. 1m,
bei Verwendung eines ISO 400/27° -Films bis 1,9 m.
Versorgt wird die MX-5 über zwei AlMg Mignonzellen mit Strom. Es können keine anderen Batterien oder Akkus
verwendet werden. Abgedichtet wird das Kamerawerk über eine blauen Silicon - O - Ring am Rückdeckel, der bei richtiger Pflege (Spezialfett liegt bei!!) keine Probleme
macht. Der Rückdeckelverschluss besteht aus einem Schnappriegel, der hörbar einrastet. Das Gehäuse selbst ist weitgehend transparent, so dass der O - Ring zu sehen
ist. Man müsste also merken, wenn er versehentlich nicht eingelegt wurde. Dicht ist die MX-5 nach Firmenangabe bis 36 m Wassertiefe, verträgt aber ohne weiteres auch
mal einen 45er oder 50er. Nur kann dann die Funktionsfähigkeit etwas eingeschränkt sein. Sprich: der Verschluss ließe
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