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Nun sind die Ergebnisse der Umfrage zum Reglerservice ausgewertet und haben doch eine Überraschung parat: Die Luftspender werden entgegen
der heimlichen Erwartung doch öfter in den Service gegeben, Eigenleistungen treten nur vereinzelt in Erscheinung. Auch die Meinung der Umfrageteilnehmer über die
beauftragten Servicestellen ist durchaus als gut zu bezeichnen.
Nach 100 Tauchgängen oder einmal jährlich sollte der Atemregler einem autorisierten
Revisionsbetrieb übergeben werden. Viele Taucher erreichen die magische 100 pro Jahr kaum, da sind es eher 20, 30 Tauchgänge, die im Urlaub absolviert werden. Wissend
um die wenigen Betriebsstunden der Atemtechnik tun sich viele schwer die Kosten für die Revision ausgeben zu wollen. Die Praxis zeigt aber anhand der auf der
„boot“ angebotenen kostenlosen Reglerüberprüfungen, dass viele Automaten, denen man blindlings vertraute, eine Überarbeitung bitter nötig hatten. Zusammen
mit dem Magazin tauchen aus Hamburg fragten wir vom 19. Januar 06 an einen Monat lang mit Hilfe eines Katalogs von 20 Fragen nach den Gewohnheiten und Erfahrungen
unserer Leser. In dieser Zeit beteiligten sich 566 Taucherinnen und Taucher an dieser Erhebung. Es ist ein klarer Trend erkennbar, setzen wir voraus, dass wir korrekte
Antworten bekamen. Die Kollegen aus Hamburg, die die Daten auf dem Server sammelten, trauten ihren Augen nicht, als sich aus den 11320 Antworten ein Bild
herausschälte: Fast die Hälfte der Taucher – 273 Taucher bzw. 48,23% - bringen den Luftspender jährlich zur Revision. Ein weiteres knappes Drittel – 154
Taucher bzw. 27,21% - alle zwei Jahre. Fürs Mitzählen der Tauchgänge haben sich 13% entschieden und geben das gute Stück nach 100 Tauchgängen dem Servicefachmann. Ein
erstaunlich verschwindend kleiner Teil, genau 10 Leser oder 1,77% meiden eine Revision wie der Teufel das Weihwasser, sie glauben an die Unverwüstlichkeit ihres
Reglers. Die einen, weil sie kaum tauchen – 1,06%, die anderen, weil sie es grundsätzlich für unnötig erachten – 0,71% -. So erfreulich gerade dieser
geringe Prozentsatz notorischer Serviceabstinenzler auch ist, es ist doch vorstellbar, dass es da noch eine Dunkelziffer gibt von Tauchern, denen vieles egal ist und
die Teilnahme an einer Umfrage ebenfalls kein brennendes Bedürfnis darstellt. Aber so wollen wir einmal an das Gute im Menschen glauben... Überwältigende 87,98%
oder 498 Taucher geben spätestens nach 2 Jahren oder 100 Tauchgängen ihre Atemtechnik zur Durchsicht und einer ausgiebigen Wellnesskur der Einzelteile im
Ultraschallbad. Und „oh happy day“, von 468 Lesern wurden Schulnoten für den Service vergeben und da steht eine glatte 2 (2,01) im Zeugnis. Als häufigster
Fehler tritt das Abblasen auf (nicht die Vereisung, von dieser berichten 24 Taucher bzw. 4,24%). Immerhin versuchen 22 Taucher oder 3,89 Prozent ein aktuelles
Problem am Regler aus eigener Kraft in den Griff zu bekommen, davon zwei aus der Riege der Serviceabstinenzler. Nach diesen Ergebnissen darf man annehmen, dass in
der Vergangenheit pauschal geäußerte Kritik am miesen Service oder die in den luftleeren Raum projizierte Annahme, Regler kämen nur in Einzelfällen zur Revision, wie
so vieles, nur fabuliert worden war. Aber auch für die Hersteller von Atemreglern ergibt sich eine interessante Aussage: Mehr als 2/3 der Taucher – 68,73% -
hatten noch nie ein spürbares Problem mit ihrem Lungenautomat, bei einem Durchschnittsalter der Atemtechnik von 4,5 Jahren und 92 absolvierten
Tauchgängen. Wie schreibt unser Kollege Jan Bruns aus Hamburg so schön: „So schlimm kann es also auch nicht um die Qualität von Atemreglern
bestellt sein. Frech formuliert könnte man vermuten: Aus Atemreglern kommt ganz sicher kalte Luft – aber aus den Personen, die sich massiv und pauschal
kritisch über die Geräte, ihre Besitzer oder die Servicestellen äußern, kommt womöglich ganz viel heiße.“ Alles hat seinen Preis, doch nicht überall ist er
auch ganz heiß. Die günstigste Revision kostete laut Umfrage € 15,-, die teuerste € 226,- . Im Mittel legt man € 69,29 auf den Tisch und hat dann
eine Atemtechnik in der Hand, die den Eigenschaften beim Neuerwerb entspricht. Gut 8 Tage wartet der Kunde durchschnittlich auf den generalüberholten Luftspender, am
geduldigsten war ein Taucher, der 70 Tage ohne auskommen musste, aber auch nach nur 24 Stunden konnte man hier und da mit seinem Automaten nach Hause gehen.
Hinter vorgehaltener Hand empfehlen Händler und Servicebetriebe die Revision erst nach dem Tauchurlaub durchführen zu lassen, da die Erfahrung gezeigt hat, dass
international nicht alles nur Luft ist, was aus den Flaschen strömt und dann zwangsläufig in den Ersten Stufen hängen bleibt. Bei so viel Sonnenschein erwartet man
kaum noch eine schwarze Wolke am Reglerhimmel, doch es kann nicht unter den Tisch gekehrt werden, dass es auch hierzulande schlechten Reglerservice geben kann und
manche Regler von Anfang an fehlerhaft sind oder nach ein paar Einsätzen ausfallen. Und die unwissenden Schrauber aus Leidenschaft, die ihr Handeln unter das beliebte
Motto stellen „Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“, gibt es natürlich auch. Vertrauen in höhere Mächte setzte aber auch der Taucher, der
500 Tauchgänge lang dem Regler einen Service vorenthielt. UnterWasserWelt wird zukünftig bei den Reglertests einen durchschnittliche Wartungspreis angeben, damit
die Richtung klar wird, welche Kosten zu erwarten sind.
Fazit
Die Umfrageergebnisse haben die Meinung auch unserer Redaktion verändert. Zumindest
der Kreis der daran teilnehmenden Taucherinnen und Taucher, der schließlich stellvertretend für das Leserprofil unseres Magazins angesehen werden kann, zeichnet ein
positives Bild durch verantwortungsvolles Verhalten im Umfeld des elementarsten Ausrüstungsteils – des Atemreglers.
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