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„Haie sind artenreich. Viele Haiarten kommen im Mittelmeer vor. Haie sind soziale Lebewesen.“ Das sind keine Unwahrheiten,
sondern Wahrheiten aber damit lockt man niemanden hinter dem Ofen hervor. Darum haben die drei Autoren sich schon beim Titel ihres Buches "Räuber, Monster,
Menschenfresser" der gängigen, reißerischen Klischees bedient, die gemeinhin mit Haien in Zusammenhang gebracht werden. Mit den Halb- und Unwahrheiten, mit den
Horrorszenarien und Schauermärchen über Haie räumen die Drei dann jedoch gründlich auf.
Haibücher gibt es fraglos schon viele auf dem Markt, davon auch
schon einige, an denen die Autoren teilweise mitgewirkt haben, etwa das Buch von Erich Ritter und Gerhard Wegner über Haiunfälle, oder von den gleichen Autoren über
den Weißen Hai. Dieses Buch aber besticht durch seinen besonderen Aufbau.
Die 99 Unwahrheiten über Haie sind als Behauptungen jeweils vier großen
Themenbereichen zugeordnet. Im ersten großen Themenbereich werden Biologie, Verhalten und Fortpflanzung zusammengefasst. Hier wird beispielsweise unter der Überschrift
„Haie haben keine natürlichen Feinde“ in einem sachkundigen Kurzessay beleuchtet, was an einer solchen Behauptung dran ist. Die Texte sind nicht nur
verständlich und unterhaltsam, sondern auch wissenschaftlich fundiert. Begleitet wird jeder Text außerdem noch von einem passenden Foto.
Im zweiten Kapitel, in
dem es um Körperbau, Systematik und Entwicklungsgeschichte geht, findet man die Aussage „Haie sind die ältesten Wirbeltiere“. Diese Unwahrheit wirft unter den
Paläontologen eine Menge Fragen und Probleme auf, von denen viele, so erläutert es der dazugehörige Text, noch nicht geklärt sind.
Im Themenbereich Haiunfälle
und Begegnungen zwischen Hai und Mensch, wird die Behauptung „Haie werden durch menschliches Blut magisch angelockt“ überprüft. Dabei kommt heraus, dass Haie vor
allem Fischblut attraktiv finden. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Haie von Menschenblut angelockt werden. Ich frage mich allerdings, warum die
Autoren dieses Kapitel mit einem so fragwürdigen und der Sache wenig dienlichen, gefälschten Titelbild versehen haben. Man bedenke die Kraft der Bilder! Wollten sie
nicht das Image der Haie aufbessern?
Im letzten Teil geht es um Handel, Fang, Schutz und Bedrohung von Haien. Trifft es wirklich zu, dass die Chinesen und ihre
Haiflossensuppe an der Ausrottung der Haie allein schuld sind? Natürlich nicht! In diesem Kapitel wird klar, die Autoren sind engagierte Hai-Schützer. Gerhard Wegner
ist nicht umsonst Präsident der Haischutzorganisation SHARKPROJECT. Dieses Buch ist Teil der Kampagne, indem es sachkundig gegen die Vorurteile über Haie ankämpft, die
aus Unwissenheit, Ignoranz und nicht zuletzt aus Sensationslust entstanden sind.
Räuber, Monster, Menschenfresser: 99 Unwahrheiten über Haie
(Gerhard Wegner, Dr. Robert Hofrichter, Franziska Anderle) Januar 2007 224 Seiten, gebunden 100 Fotos EURO 19,95 Franckh-Kosmos Verlag
ISBN: 978-3-440-11261-8 www.kosmos.de
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