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Es gibt empfehlenswerte Digitalkamera - Gehäusekombinationen, die von den UW-Fotografen nicht so recht wahrgenommen werden. Erklärbar ist
das nur schwer. Vielleicht liegt es an mangelhaften Informationen oder auch am eigenen Desinteresse. Selbst engagierte UW-Fotografen sind von solchen
Fehleinschätzungen nicht befreit. Möglicherweise fehlt es aber auch am fotografischen Basiswissen - man weiß schlichtweg nichts mit diesem oder jenem Angebot
anzufangen. UnterWasserWelt hat sich dem Problem der „verkannten UW-Fotogerätschaft“ bereits im Beitrag über die Fuji FinePix S2 Pro angenommen und führt dieses Thema mit der Coolpix 5400 im Sea & Sea -Gehäuse konsequent weiter. Auch wenn eine Kamera nicht mehr produziert wird, so kann sie trotzdem in Verbindung mit einem tollen UW-Gehäuse noch viele Jahre eine attraktive Investition sein.
Herbert Frei über ein Fotosystem, das angeblich bereits zum alten Eisen gehört, aber noch immer so gut wie keine Konkurrenz zu fürchten hat.
Die Coolpix
5400 ist eine digitale Kompaktkamera mit 5,1 effektiven Megapixel. Sie meinen, das sei heutzutage nicht mehr up to date? Gegenfrage: Wie groß drucken Sie Ihre Bilder
aus? Reichen Ihnen DIN A 4 und ab und zu auch mal DIN A3? Also, warum wollen sie dann unbedingt mehr? Oder drucken sie gar keine Fotos aus, weil Sie die Bilder
lieber am PC, Mac oder Fernsehschirm anschauen wollen? Oder könnte es sein, dass Sie vorzugsweise mit einem Beamer Ihren Spaß haben? Dann sind 5 Megapixel sowieso mehr
als genug, weil keines dieser Geräte mit einer solchen Auflösung arbeitet. Unmissverständlich ausgedrückt heißt das: In einem normalen Haushalt gibt es keine
Darstellungsmöglichkeit für die angeblich so mickerigen 5 Megapixel. Wozu dann etwas Neues und Teureres kaufen, wenn man die digitale Kompaktkamera Coolpix 5400 second
hand zum Schnäppchenpreis beim Fotohändler erstehen oder bei eBay ersteigern kann? Vernunft ist angesagt. Kluge Leute haben sich längst vom Pixelwahn
und sinnlosen Gimmicks in den Digicams verabschiedet und dem nüchternen Verstand Vorfahrt eingeräumt.
Coolpix 5400
Wie die meisten digitalen
Kompaktkameras ist auch die Coolpix 5400 nur eine halbe Portion. In einer großen Hand verschwindet sie wie ein Sandkorn in der Sahara. Das macht ihre Bedienung
einerseits etwas fummelig, ist aber andererseits bestens geeignet für unauffälliges Fotografieren. Die Coolpix 5400 ist reisetauglich, weil auch das Objektiv beim
Ausschalten in den Ruhezustand tief in die Kamera fährt. Zudem kann bei einer kleinen Digicam auch das UW-Gehäuse in einer verträglichen Größe gehalten werden.
Übersichtlichkeit und Menüführung sind so logisch angeordnet, dass man die Digicam fast ohne Bedienungsanleitung verstehen kann. Die wichtigsten Parameter findet der
Anwender am großen Zentralrad. Hier stellt man die Belichtungsautomatik (P = Programmautomatik, A = Zeitautomatik und S = Blendenautomatik) ein, wählt die
Empfindlichkeitseinstellung, den Weißabgleich, das AF - Messfeld sowie Bildgröße und Bildqualität. Wer kein Spielertyp ist, benötigt den Gang in die Menüs eigentlich
nur noch, um die Speicherkarte zu formatieren. Blitzmodus und Blitzbelichtungskorrektur kann man ebenfalls an zwei Knöpfchen vorwählen, ebenso Zoom und den wohl nur
selten benutzten AE/AF - Lock.
Was, so werden Sie nun fragen, soll man an der Coolpix 5400 einstellen, wenn man mit ihr abtaucht? UnterWasserwWelt empfiehlt
folgendes Bildrezept:
1. Die Empfindlichkeitseinstellung sollten Sie auf Automatik stellen. Dann passt sich der ISO-Wert den wechselnden Lichtverhältnissen
zwischen ISO 50/18° und IS0 200/24° an. Das erweist sich zumindest bei Verwendung des Fisheye - Konverters als sehr mischlichtfreundlich. Wenn Sie auschließlich
Nah-und Makroaufnahmen machen, ist auch die Fixempfindlichkeit ISO 100/21° zu rechtfertigen. ISO 50/18 sollten Sie bewusst nur wählen, wenn die Bilder sonst beim
Blitzen - aus welchem Grund auch immer - permanent zu hell werden.
2. Lassen sie den Weißabgleich auf AWB (AWB = Auto White Balance) stehen. Das funktioniert
nicht nur sehr gut bei Bildgestaltungen ohne Kunstlicht, sondern auch mit dem Blitz. Versuchsweise können sie den Weißabgleich beim Blitzen auch mal auf „Blitz“
stellen. Viel Unterschied werden Sie nicht bemerken, weil der AWB sowohl den internen als auch den externen Blitz (muss an der Nikonosbuchse adaptiert sein)
registriert und ähnliche bzw. gleiche Farbtemperaturen ermittelt.
3. Mit welchem Belichtungsprogramm läuft die Coolpix 5400 am idealsten? Sie können wegen des
relativ kleinen Bildsensors durchaus mit der Programmautomatik fotografieren, sogar im Nahbereich. Nachteil, man kann weder Blende noch Zeit beeinflussen. Besser
Sie stellen die Kamera auf A (Zeitautomatik), dann können sie kreativ mit der Blende (bis 7,9) arbeiten. Das hat zumindest im Nah- und Makrobereich enorme Vorteile bei
der Schärfentiefe und ebenso, wenn ein amphibischer Blitz mit Teillaststufen verwendet wird.
4. Arbeiten sie unter Wasser grundsätzlich mit der höchsten
Pixelzahl. Sie haben hierzu zwei Optionen. Mit 5M = (2592 x 1944) = 5 Megapixel bekommen Sie die höchste Auflösung. Der Ausdruck von randlosen Bildern bis (21,9 x
16,5) cm ist möglich. Wenn Sie das vom Kleinbildformat bekannte Seitenverhältnis 3:2 bevorzugen, müssen sie die Option (2592 x 1728) = 4,5 Megapixel wählen. Die Datei
ist nur geringfügig kleiner, Auflösungsunterschiede werden Sie nicht merken. Werkseitig ist die Coolpix auf die Option 5 M eingestellt, was zumindest bei Prints
Vorteile hat. Lassen sie es so.
5. Bildqualitäten stehen zwei zur Auswahl. TIFF und JPEG. Wer sehr hohe Ansprüche an seine Bilder stellt, muss mit TIFF
arbeiten. Sie müssen dazu das Haupteinstellrad auf den Pfeil stellen und die Bildqualität HI anwählen. Aber aufgepasst, das Speichern eines TIFF-Bildes dauert mit der
Coolpix 5400 sehr lange (ca. 25 s). Selbst mit guten Nerven und viel Zeit unter Wasser, macht das auf Dauer keinen Spaß. Rein rechnerisch würden Sie für 50 belichtete
Bilder in Folge etwa 21 min benötigen. Also pro Minute nicht einmal drei Bilder. Serienschüsse sind in diesem Dateiformat nicht möglich. UnterWasserWelt
empfiehlt deswegen die Einstellung FINE, was der geringsten Kompression im JPEG-Format entspricht. Sie werden den Unterschied selbst bei einem DIN-A4 Ausdruck nicht
bemerken. Die Dateigröße entspricht nur einem Viertel von TIFF und ist deshalb in Windeseile gespeichert. Angenehmer Nebeneffekt: Es passen deutlich mehr Bilder (etwa
6 mal so viel) auf die Speicherkarte.
Brennweiten
Als Basisobjektiv dient der Coolpix 5400 ein 5,8-24 mm Zoom. Bezogen auf das Kleinbildformat
(24 x 36) mm ergibt sich eine äquaivalente Kleinbildbrennweite von 28-116 mm. Die Lichtstärke des Zooms geht variabel mit der Brennweite einher und verändert sich von
1:2,8 bei 28 mm bis 1:4,6 bei 116 mm. Wie alle digitalen Kompaktkameras verfügt auch die Coolpix 5400 über einen 4-fach Digital-Zoom, so dass sich Brennweiten bis 464
mm ergeben können. Digitales Zoomen sollten Sie aber möglichst vermeiden, weil die Bildqualität infolge der Pixelreduzierung stark nachlässt. Angenehm ist, dass das
optische Zoom beim Ausschalten etwas in die Versenkung fährt, was die Kamera sehr taschenfreundlich macht. Ein wichtiges Kaufkriterium ist bei vielen UW -
Fotografen die kürzeste Naheinstellung, denn hier geht es um die beliebten Nah- und Makroaufnahmen. Im normalen Einstellmodus lässt sich das Zoom bis auf 50 cm ab
Bildsensor einstellen. Das ist für die meisten Motive ausreichend, greift aber nicht, wenn kleine Objekte anvisiert werden. Für Nacktschnecken und Korallenpolypen muss
die Distanz kleiner werden. Durch Drücken auf den AF-Knopf erschließt man sich über das Blumensymbol Nahaufnahmen bis 1 cm ab Objektiv. Das hört sich beeindruckend
an, ist es auch, aber man muss diese extreme Naheinstellung etwas relativieren. Sie ist nämlich nur machbar, wenn das Zoom auf seiner kürzesten Brennweite von 5,8 mm
steht. Und genau hier kommt auch der größte Bildwinkel zum Tragen, so dass sich relativ gesehen kein übermäßig großer Abbildungsmaßstab einstellt...auch wenn es auf
dem Monitor so aussieht. Immerhin, eine 3 cm lange Muschel kann auf dem Monitor formatfüllend abgebildet werden. Das reicht normalerweise aus, zumal weitere
Vergrößerungen am PC oder Mac vorgenommen werden können. Positiv ist, dass der Blitz in der Makrostellung funktioniert. Das ist nämlich nicht bei allen Digicams der
Fall. Deshalb kann man die Makromotive auch mit einem externen Blitzgerät ausleuchten. Nikon ist eine der wenigen Firmen, deren digitale Kompaktkameras
mit firmenseitig angebotenen Fisheye - Konvertern versehen werden können. Das Accessoire für die Coolpix 5400 heißt FC-09 Fisheye - Converter. Es ist also kein
echtes Objektiv, sondern ein Objektivvorsatz, der mittels Adapter (UR-E10) vor das Zoom geschraubt wird. Den Abbildungsleistungen tut das keinen Abbruch, denn der
Fisheye - Vorsatz ist exakt für das Coolpix 5400-Zoom berechnet. Entsprechend perfekt geht es optisch zur Sache. Der Fisheye - Konverter beeinflusst die Brennweite des
Zooms mit dem Verkürzungsfaktor 0,2. Infolge dessen wird aus dem Kameraobjektiv ein Fisheye - Zoom mit den Brennweiten 1,12 - 4,8 mm und äquaivalent als
Kleinbildbrennweite 5,6 - 23,2 mm. Das bedeutet, dass sich ein Bildwinkel von 86° bis 190° stufenlos einstellen lässt. In der kürzesten, sprich Weitwinkelstellung,
wird das Monitorbild kreisrund abgebildet. Hierdurch wird die effektive Bildfläche natürlich sehr klein, weshalb Details nicht mehr auf Schärfe und Farbtreue
kontrolliert werden können. Die zirkulare Abbildsform wird aber vermutlich nur am Anfang des Fisheyestadiums explizit ausgelebt, wenn die Begeisterung für solche
Exotenbilder noch sehr groß ist. Später wird man das Zoom soweit in den Telebereich fahren, bis keine abgeschatteten Ecken zu sehen sind. Dann bewegt man sich auf
einer Ebene mit den Full-Frame Fisheyes. Bei geschickter Kamerahaltung wird man die tonnenförmigen Verzerrungen an den Seiten kaum bemerken. Das sind dann mehr oder
weniger extreme Weitwinkelaufnahmen mit Bildwinkeln jenseits der 120°-Marke, mit denen man Wrackaufnahmen, Taucherbilder und UW-Landschaften wie mit einer SLR machen
kann. Und das bei geometrisch kleineren Abmessungen und einem erheblich reduziertem Gewicht der Fotogerätschaft. Der große Zoombereich und die flexiblen
Bildwinkel des Fisheye - Vorsatzes erübrigen insofern den Kauf des Weitwinkelkonverters WC-E80, weil man mit dem FC-09-Konverter einen Spielraum hinsichtlich des
räumlichen Eindrucks auskosten kann, der auch den Brennweitenbereich des Weitwinkelkonverters einbezieht.
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