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Mit dem AF Nikkor RF ED 2,8/14 mm asph. (D) stößt Nikon in eine Nische vor, in der sich nur wenige Auserwählte tummeln. Hier oben ist die
Luft so dünn, dass sich nur die Besten auf Dauer durchsetzen können. Herbert Frei beschreibt ein außergewöhnliches Objektiv für UW-Fotografen mit dem nötigen liquiden
Hintergrund.
Hoffnung ist die freudige Erwartung in die Zukunft. Lange mussten sich Nikon-Fans mit diesem Satz trösten, während Canon-Fotografen mit einem
auf EOS-Kameras zugeschnittenen 14er Glasriesen für 5700 Mark (Euro 2914) reüssieren konnten. Weniger Anspruchsvolle ließen sich derweil bei Fremdanbietern nieder und
fotografierten vorzugsweise mit dem Sigma EX 2,8/14 mm asph.-Objektiv. Mit 2500 Mark (Euro 1279) zwar auch kein Billigheimer mehr, aber immerhin noch erschwinglich.
Den wahren Nikon-Freak kann so etwas aber nicht locken. Er wartet unverzagt auf das Original, auch wenn es dann letztendlich fast unbezahlbar ist. Jedenfalls für
Normalverdiener.
Beschleunigt wurde die Entwicklung des 14 mm-AF Nikkor durch die digitale SLR D1, deren CCD-Chip bei Verwendung von Kleinbildobjektiven die
Brennweite um den Faktor 1,6 verlängert. Pressefotografen forderten deshalb seit langem eine ultrakurze Brennweite an der 12.000 Mark (Euro 6136) teuren D1, um beim
Kampf um das beste Bild wenigstens den Bildwinkel eines herkömmlichen 24ers zu besitzen. Das 14 mm AF-Nikkor beschert nun den Sensationsreportern im digitalen Bereich
wenigstens den Bildwinkel eines 22 mm Objektives. Und weil die notwendige Auflösung von 100 Linien pro mm an einer digitalen SLR nur mit besten Zutaten (Linsen)
machbar wird, wurde aus dem 14er ein einzigartiges Spitzenobjektiv, das in Verbindung mit einer Nikon -Kleinbild - SLR keine Vergleiche scheuen muss.
UW-Fotografen mit dem nötigen finanziellen Background erstehen mit dem 14 mm AF-Nikkor einen Glaskolben, dessen optische Leistung die Qualität von
UW-Weitwinkelaufnahmen sichtbar anhebt. Vorausgesetzt, der Gehäusehersteller liefert das entsprechende Domeglas. Sonst sollte man vom Kauf absehen, weil die
Investition keinen Sinn macht, wenn unscharfe Bildränder und und störende Verzeichnungen die Freude am Bild trüben. In Verbindung mit dem 240 mm Superdome am
Seacam-F5-Testgehäuse konnte das 14er seine Klasse nahezu voll ausspielen. Insbesondere der 114° umfassende Bildwinkel ist für Taucheraufnahmen, Wrackfotografie,
UW-Landschaftsbilder sowie Sport- und Modelaufnahmen bestens geeignet. Die Naheinstellung von 20 cm macht das 14er insbesondere auch für kleine Domegläser geeignet, so
dass man ähnlich wie mit einem Fisheye weitwinkelige Nahaufnahmen mit Gagcharakter produzieren kann. Extrem niedrig ist die Neigung zu Bildreflexen bei hochformatigen
Aufnahmen, wenn die Sonne über eine der oberen Ecken hereinscheint. Nur in Ausnahmefällen kommt es dann zu einem bläulichen Fleck im unteren Bilddrittel, der aber in
blauem Wasser bei weitem nicht so störend ist wie der gelbliche kreisförmige Streifen von Sigmaobjektiven oder der rosarote Blendenreflex am 14er AF-Canon-Objektiv.
Nikon scheint diese unangenehme Eigenschaft, die generell bei allen Superweitwinkeln hinter Domegläsern auftritt, vermutlich am besten in den Griff bekommen zu haben.
Wie bei Nikon üblich, ist die Objektivfassung stabil und vertrauenseinflößend. Mit Kunststoff ist man eher spärlich umgegangen. Dementsprechend besitzt das
Optikmonster auch ein furchteinflößendes Gewicht von 670g. Immerhin noch 100 g mehr als das ohnehin schon große und schwere Canon EF USM 2,8/14 mm. Unangenehm ist das
aber nur bei Flugreisen. Angenehm jedoch in einem UW-Gehäuse mit großem Domeglas, weil sich dann der Auftrieb durch die Luftblase in Grenzen hält. Wichtig für
UW-Gehäusebauer ist, dass sich die Frontlinse des 14er`s beim Scharfstellen nicht bewegt. Durch die Innenfokussierung der Optik kann das Domeglas nämlich sehr genau
angepasst werden, was wiederum der Bildgüte zu einem außergewöhnlich guten Wert verhilft.
Mit verantwortlich für die überragende Abbildungsleistung ist die
Zentrierung der Linsen. Obwohl bei Superweitwinkel - Objektiven normalerweise eine haarige Angelegenheit, hat Nikon hier einen absoluten Spitzenwert erreicht.
Entsprechend Mühe muss sich der UW-Gehäusebauer mit der Zentrierung der Kamera hinter dem Domeglas geben, sonst war Nikons Know-How weitgehend vergebens. Dies ist eine
Botschaft an alle Gehäusebauer. Je besser ein Weitwinkelobjektiv, desto exakter muss die Kamera hinter dem Domeglas fluchten und dessen Krümmung dem Bildwinkel
angepasst sein. Forderungen, die immer wichtiger werden angesichts der optischen Superleistungen solcher Objektive.
Mit dem 14 mm AF-Nikkor kann man auch mit
offener Blende fotografieren - Schärfe und Brillanz sind untadelig, sollte es aber hinter einem Domeglas nur im Notfall machen. Abblenden auf 5,6 verbessert in jedem
Fall die Eckenschärfe und ebenso die konstruktionsbedingte Randabdunkelung (Vignettierung). Auch bei geschlossener Blende 22 kann man keine störenden Bildfehler
feststellen. Das 14er besitzt einen dezent rötlich-warmen Farbstich, der sich unter Wasser sichtlich angenehm bemerkbar macht und in Verbindung mit einem
Amphibienblitz mittlerer Kelvinzahl (4600 K) der Model-und Aktfotografie hinsichtlich der Hauttöne positive Impulse verleiht. Unvermeidbar ist vermutlich bei einem
solchen Superweitwinkel die tonnenförmige Verzeichnung, die man zum Beispiel bei Testaufnahmen in einem Schwimmbad durchaus erkennen kann, was dann nicht unbedingt am
Domeglas liegen muss.
Frontfilter können am 14 mm AF-Nikkor nicht aufgeschraubt werden. Für besondere Zwecke besteht aber die Möglichkeit an der Hinterlinse
über eine Spezialhalterung sog. Gelatinefilter anzubringen. Erforderlich sind solche Klimmzüge in der UW-Fotografie nur in Ausnahmefällen. Wichtiger ist die geistige
Auseinandersetzung mit dem exorbitanten Bildwinkel, der Einsteigern und Gelegenheitsfotografen immer wieder Probleme bereitet. Nicht nur, dass oftmals mehr auf dem
Bild erscheint, als man eigentlich wollte (fremde Taucher, baumelnde Ausrüstungsggenstände), man muss auch eine sensible
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