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Klein ganz groß, das passt zum jüngsten Spross der Kowalski – Lampenfamilie. Nur ein paar Millimeter länger als der Klassiker der Leuchtenserie 620-S strahlt die mini -
XENON mit Tageslicht in die Unterwasserlandschaft. Langer Atem bei der Brenndauer und kurzer Boxenstop am Ladegerät lassen das Licht fast nicht mehr ausgehen. Sogar als Fotolicht
oder Einstelllicht im Zusammenspiel mit kleinen Digitalkameras kann man die Lampe einsetzen.
Kowalski – Kunden haben nun ein wenig die Qual der Wahl, geht es um
die Anschaffung einer kleinen und leistungsstarken Leuchte als ständigen aber auch unauffälligen Begleiter aller Tauchgänge. Legt man Wert auf geringe Abmessungen und Abtrieb
sowie schnelle Ladezeiten, dann buhlen nun zwei Leuchten um die Gunst des Tauchers – oder auch der Taucherin, denn die Größe der Speed 610 mit Halogenbrenner bzw. der mini -
XENON mit HID – Leuchtmittel ist durchaus auch ladylike. Schaut man auf den Preis, so muss man für die Xenon etwa 70% mehr bezahlen, bekommt dafür aber auch mehr als 100%
mehr Licht an Helligkeit und Brenndauer, einen stufenlosen Dimmer und die Möglichkeit Motive im Nahbereich einer digitalen Fotokamera zu beleuchten.
Eigentlich geht der
Trend hin zu Unterwasserlampen, deren Brenner tageslichtähnliches Licht abstrahlen. Die dafür notwendige Technik im Hintergrund und die Brenner selber sind allerdings teurer, die
Lichtqualität besticht jedoch, denn deren Farbspektrum erzeugt auch im menschlichen Auge eine bessere Warnnehmung, man erkennt mehr Details. Zudem ist die Durchdringungstiefe des
Tageslichts unter Wasser deutlich stärker, da die grünen und blauen Spektralanteile im dichten Medium nicht so schnell herausgefiltert werden, wie der hohe rote Lichtanteil in
Halogenlampen. Von daher gesehen lohnt es sich eigentlich immer bei der Neuanschaffung einer hochwertigen Taucherlampe eine Daylightversion in die engere Wahl zu ziehen.
Die mini - XENON, ist natürlich eine typische Kowalski – Lampe, die traditionell ohne Öffnen, also von außen geladen wird. Man kann sagen, dass die einst kritisch beurteilte
Technik der Akkuladung ohne Belüftung beim Berliner Hersteller seit langer Zeit auf technisch höchstem Niveau bewältigt wird, so dass man bei sachgerechter Behandlung der Leuchten
über viele Jahre völlig problemlos damit umgehen kann. So hat eine Musterleuchte im Einsatz unserer Redaktion über 12 Jahre ihre Dienste weltweit gut verrichtet, bis, was bei
diesem Alter völlig normal ist, der Akku erneuert werden musste. An sich könnte jede Leuchte vergleichbarer Qualität so lange klaglos im Dienst stehen, wenn nicht gedankenlose
Anwendungsfehler dies verhinderten. Wie oft sieht man Lampen auf Tauchbooten über Tage in der Sonne liegen oder werden die Akkus in den Tauchpausen nicht gepflegt. Aus den Augen,
aus dem Sinn und das verzeihen die Zellen auf Dauer nicht. Es ist schon ein kleiner Luxus, muss man die Lampe zum Laden nicht öffnen, man steckt lediglich die
verpolungssicheren Stecker in die Buchse im Lampenboden und ab geht die Post. Das Ladegerät ist eigentlich nur noch ein Spannungswandler, der weltweit eingesetzt werden kann. Die
eigentliche Ladetechnik ist in der Lampenelektronik integriert und sorgt für eine zellenschonende, temperatur- und leistungsüberwachte Schnellladung, die nach längstens 80 Minuten
mit ihrer Arbeit fertig ist. Ab zum nächsten Tauchgang, der bei 100% Lichtleistung 90 Minuten dauern darf, lässt man die Leuchte konstant auf 60% gedimmt, so sind bis zu 180
Minuten Brenndauer des 10 W XENON HID Leuchtmittels möglich. Angesichts der geringen Dimensionen der Leuchte sind das wirklich stattliche Werte, die der NiCd – Akku mit 7,2
V und 3 ,0 Ah zur Verfügung stellt. Bislang einmalig ist die stufenlose Dimmung der Leuchte, ein Novum bei Verwendung von HID - Brennern.
Den Konstrukteuren von Kowalski
bereitete der Brenner etwas Kopfzerbrechen, denn er ist gegen Stöße empfindlicher als ein Halogenbirnchen. Deshalb wurde die Fassung auch auf einem O-Ring gelagert was tatsächlich
Wirkung zeigt. Unsere Testleuchte fiel nach einem Tauchgang aus rund einem Meter Höhe auf Kies, das Lampenrohr bekam eine leichte Schramme, der Brenner blieb aber unbeschädigt. Um
den Brenner bei Flugreisen oder längeren Transporten sicher außerhalb der Leuchte zu verwahren, gibt es eine spezielle Kunststoffhülse dazu.
Wie bei allen Kowalski –
Leuchten verzichtet man auf eine Schraubverbindung zwischen Lampenrohr und Bodengruppe, denn die Leuchte muss nur zum Brennerwechsel oder zum Austausch des Lampenrohrs (Tausch
Spot gegen Floodreflektor) geöffnet werden. Zwei Maden – Imbusschrauben fixieren das Lampenrohr an der Bodengruppe, der passende kleine Imbusschlüssel wird dafür
mitgeliefert. Technisch ist der Verschluss der Leuchten so ausgerichtet, dass ein eventueller Überdruck in der Lampe, wie er bei defekten Zellen entsteht, ohne Schaden anzurichten
abgebaut werden kann. Nur wenige andere Anbieter machen sich hier größere Gedanken und statten ihre Leuchten mit speziellen Überdruckventilen aus.
In der Bodengruppe der
mini - XENON ist der mit einer Einschaltsperre zu sichernde Schalter eingelassen, drehbar und so für stufenlose Dimmung bestens geeignet. Eine Leuchtdiode informiert über den
Ladezustand, Grün symbolisiert voll bzw. ausreichender Vorrat, Rot warnt vor dem Ende der Leuchtzeit.
Fotolicht
So eine kleine Tageslichtleuchte spricht
natürlich Besitzer von digitalen Kameras an, die XENON auch für Fotozwecke einzusetzen. Mit einer Schiene und einem Blitzarm, wie er im Zubehörhandel zu bekommen ist, können
verschiedene kleine Fotogehäuse, die ein Stativgewinde haben, entsprechend aufgerüstet werden. Der optionale Floodreflektor wird mit einem kompletten Lampenrohr geliefert, auf
Wunsch kann auch ein modifizierter Handgriff bei Kowalski bezogen werden, der die Befestigung der Leuchte an einem Blitzarm unterstützt. Die Qualität des Floodreflektor ist
ausgezeichnet, weich verteiltes Licht, so, wie es digitale Aufnahmemedien fordern. Natürlich ist die Intensität des weich verteilten Lichtes deutlich abgemildert gegenüber dem
Einsatz des üblichen Spotreflektors, Motive im Nahbereich können damit jedoch gut ausgeleuchtet werden. Nachgemessen zeigt sich beim Xenonbrenner, Leistung 100%, eine etwas höhere
Farbtemperatur als die des mittleren Tageslichts (etwa 7000 Kelvin anstatt 5600 Kelvin) jedoch kommt damit in der Regel der automatischen Weißabgleich digitaler Kameras zurecht.
Auf 60% gedimmt steigt die Farbtemperatur auf Werte um 14.000 Kelvin, das heißt, das Licht hat hohe Blauanteile. Doch auch das kann der Weißabgleich korrigieren, man kommt aber
kaum in die Verlegenheit für Fotozwecke das Licht zu dimmen, denn bei einer Empfindlichkeitseinstellung von 200 ISO /ASA ergibt sich bei etwa 60 cm Motiventfernung eine
Belichtungszeit von 1/100 Sekunde mit Blende 4. Aber nicht allein zur fotowirksamen Motivbeleuchtung ist die mini - XENON an einem Kameragehäuse montiert verwendbar, auch um
das Motiv überhaupt bei Dämmerung oder beim Nachttauchgang am Monitor einstellen zu können und um dem Autofocus Gelegenheit zu geben scharf zu stellen, ist die kleine
XENON ideal in Ergänzung zu einem externen Blitzgerät.
Praxis
Klein, handlich, unauffällig an der Ausrüstung, mit bewährtem Griffbügel, gesichert mit einem
Tool, so begleitet die kleine XENON eine Reihe unserer Tauchgänge, überwiegend in kalten Bergseen. Das Handling ist auch mit dicken Handschuhen einwandfrei, Der Schalter und sogar
die Einschaltsperre lassen sich tadellos bedienen. Das vom Spotreflektor gebündelte Licht ist stark und entfaltet auch in vom Tageslicht erreichten Tiefen Wirkung. Unfreiwillig
ausprobiert und bewährt hat sich die Stoßsicherung im Lampensockel, die den Brenner schützt. In Kombination mit einem Floodreflektor und einer digitalen Kamera entwickelt die
XENON ein Doppelleben und ermöglicht eine deutliche Vergrößerung ihres Einsatzspektrums. Während man bei normalen Taucheinsätzen oft die 60% Lichtstärke nutzt, sind es für
Fotozwecke im Nahbereich die vollen 100%, die man zur Belichtung benötigt. Lange Brenndauer und kurze Ladezeiten lassen keine Engpässe – auch bei Non Limit Tauchtagen
– entstehen.
Fazit
Lange hielt man sich bei Kowalski mit der Entwicklung dieses Lampentyps zurück, doch nun ist das gute Stück zu haben. Wer eine
Kombination aus kleiner Leuchte, Daylight, langer Brenndauer und kurzer Ladezeit sucht, sollte sich die mini - XENON näher anschauen.
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