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by Ilka Weber 12.05

Auf dem besten Weg zur bestandenen Tauchausbildung

Theorieprüfung

Erste Aktivitäten im Freibad

Poolausbildung

Poolausbildung: Maske ausblasen

Poolausbildung: Maske ausblasen

Poolausbildung

Der große Sprung

Ausbildung im Freiwasser

Freiwasser-Ausbildung: Atmen aus dem Oktopus

Freiwasser-Ausbildung: Automat aus dem Mund nehmen

Im Freiwasser

Bestandene Prüfung: Neue SSI -TAucherin - Ernst Rieser mit Heike Preisler

Heike Preisler - als Model neu im Team von UnterWasserWelt

Eine halbtags arbeitende Mutter (38) mit zusätzlichem Zweitjob und das zeitintensive Hobby Tauchen, das passt nicht wirklich ins Bild derer, die sich mit dem Gedanken das Tauchen zu erlernen, auseinandersetzen. Das dann auch noch in einem kalten, etwa 600 m über Meeresniveau liegendem österreichischen Bergsee ist nahezu unvorstellbar. Heike Preisler aus München wollte sich eben diesen Traum vom Tauchen erfüllen.

An einem sonnigen Sommertag ging es los. Es sollten erst einmal der Kursplan und die Termine besprochen und die nötigen Unterlagen für den Theorieunterricht übergeben werden. „Das ist also der Kandidat?“ war spontan der erste Satz, mit dem der schelmisch grienende Ernst Rieser, Tauchlehrer beim Kufsteiner Tauchclub Submarine, Heike begrüßte. Die beinahe sachliche Übergabe der Unterlagen wurde auf der Sonnenterrasse des am Hechtsee befindlichen Restaurants aufgelockert und mit einem gepflegten Cappuchino in der Sonne begleitet.
Schon am nächsten Montag Abend sollte es im Freibad Niederndorf losgehen. Das hatte Heike so in etwa verstanden, auch wenn es anfänglich einige Tiroler-Dessauer Sprach-Barrieren zwischen Ernst und Heike zu überwinden gab.
 „Ich bin ja so uffjerecht !“ – mit diesem Satz, einem Stoßgebet gleich, begann Heike ihren ersten Tauchtag im Freibad Niederndorf, spontan in ihren Heimatslang verfallend. Kritisch schaute sie sich den Inhalt einer große Tasche (für diese Ausbildung freundlicherweise von der Firma MARES bereitgestellt) allem Tauchequipment an, deren Funktion zu verstehen und für den ersten Tauchgang zu montieren galt.
Mit beruhigender Geste begann Ernst unserem UW-Model in Spe einzelne Bestandteile ihrer Tauchausrüstung zu erläutern. Wozu braucht man einen Atemregler aus erster und zweiter Stufe bestehend, was besagt dies überhaupt, was muss man beim Montieren beachten ... Also praktische Theorie am Beckenrand. Im Kachelriff des Freibads geht es dann gleich an die ersten Übungen. Maske ausblasen, Regler wieder einfangen, alles Übungen, die für das Tauchen später von großer Bedeutung sein werden, denn allzu leicht kann beim Tauchen in der Gruppe eine Flosse des Vordermanns unerwartet im Gesicht landen. Hier nicht in Panik zu geraten, sondern ruhig Erlerntes anzuwenden, das gilt es bereits im Grundkurs zu trainieren. Mit stoischer Ruhe vermittelte Ernst unter Wasser wichtige Handgriffe, so dass er sich später die Frage gefallen lassen musste, ob er einmal Mönch in einem buddhistischen Kloster gewesen sei. Zu guter letzt machte Ernst noch einen „winzigen Fehler“: Er erlaubte der freiberuflichen Spinning-Trainerin, zu tauchen, wie es ihr gerade gefällt, was sich Heike nicht zweimal sagen ließ. Wehe wenn sie losgelassen! Das ganze endete in wilden Kapriolen der Schülerin und einem kopfschüttelnden Tauchlehrer.
Der nächste Tauchgang am Wochenende fand im nahegelegenen See statt, da das Freibad bereits geschlossen hatte. Bei mittelmäßigen Sichtweiten, bedingt durch die noch leicht anhaltende Algenblüte des Sommers, verspürte Heike dann doch anfängliche Anflüge von Platzangst, die aber durch humorvolle Einlagen des Tauchlehrers schnell verflogen waren. Immer wieder zeigte er Heike die im Hechtsee zahlreich vorhandenen Krebse aus nächster Nähe, was den Stress vergessen ließ.. Ein weiterer Tauchgang bewies Heike, wie wichtig es ist, sich unter Wasser klar verständigen zu können. Ernst fand einen Klappanker (für kleine Boote, wie z.B. Kajaks), den Heike (Als Paddlerin) gut gebrauchen konnte. Erfreut hielt sie den Daumen hoch „Klasse Ernst, gut gemacht!“. Dieser verstand jedoch das Zeichen so, wie es sich für Taucher gehört – Auftauchen! Erstauntes Nachfragen klärte die Situation aber schnell auf und sorgte wiederum für Belustigung.
Als ein wenig schwierig empfanden sowohl Ernst, als auch die begleitenden Fotografen das hohe Flossentempo der Probandin, war es doch kaum möglich, der durchtrainierten Schülerin hinterher zu schwimmen. Beim letzten Tauchgang dieses Tages suchten Heike und Ernst einen Waller (Wels), der beim Tauchgang zuvor von anderen Tauchern gesichtet worden war, sich allerdings gut versteckte und dann in Form eines Menüvorschlags auf der Speisekarte des romantisch am Hechtsee liegenden Restaurants wieder auftauchte. Keiner hatte allerdings wirklich noch Appetit auf Waller!

Am nächsten Wochenende nun sollte der Tauchkurs in die letzten und entscheidenden Runden gehen. Eifrig wurde noch während der Tauchpausen Theorie gelernt, schließlich will Frau sich bei der Prüfung nicht die Blöße geben! Tat sie auch nicht.
Mental das größte Problem waren eigentlich nur die Sprünge mit voller Ausrüstung vom Steg in den See. Eine wichtige Übung, die allen Befürchtungen zum Trotz einwandfrei von Heike absolviert wurden.
Mühelos schrieb Heike ihre Theorieprüfung souverän und war nicht wenig erstaunt, als Ernst die bereits vorbereitete SSI OWD Karte bei einem kühlen Drink und gelöster Stimmung überreichte.
Sie sehen, liebe Leser, mag die Idee, einen Tauchkurs zu absolvieren auch noch so seltsam und in Anbetracht der familiären Situation unmöglich erscheinen, es ist oft gar nicht so schwer sich diesen Traum zu erfüllen!
Das Vorurteil, in unseren Seen gäbe es nichts zu sehen, wurde durch die Praxis des Tauchkurses widerlegt und gegen die kühlen Temperaturen des Wassers schützte der neue Isotherm – Anzug von Mares auch noch beim dritten Tauchgang des Tages. 
Wir sehen uns unter Wasser!

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