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Betrieb, etwa in Safaricamps, die erste Wahl. Auf Tauchschiffen wird man zumeist den Elektromotor wählen, wie auch beim stationären Betrieb, wobei wahlweise ein Dreh- und ein
Wechselstromantrieb geliefert wird. Den JUNIOR II gibt es als 225 und 300 bar – Version oder sogar umschaltbar. Für unsere
Gepflogenheiten und Ausstattung genügte das Basismodell für 230 V Wechselstrom und 225 bar Enddruck, mit einem Füllabgang, es wäre auch ein zweiter Füllanschluss realisierbar.
Über die Aufstellung muss man sich ein paar Gedanken machen. Eine unbeheizte Garage kommt in unseren Breitengraden eher nicht in betracht. Bei entsprechendem Frost müsste man
damit rechnen, dass Kondensatreste einfrieren und somit für Beschädigungen verantwortlich sein können. Auch das Öl im Kompressor ist nicht für extrem tiefe Temperaturen ausgelegt.
Der Hersteller empfiehlt ausschließlich Öle für Betriebstemperaturen ab 5° C. Somit findet der JUNIOR II zumeist in einem Kellerraum seinen Aufstellungsort. Dagegen ist nichts
einzuwenden, solange dieser Raum sauber, trocken und belüftet ist. Mindestens 50 cm muss der Mindestabstand zur Wand sein, das Kühlgebläse und der Ansaugstutzen dürfen nicht
behindert sein. Solange sich während des Füllvorgangs im belüfteten Raum keine weiteren Personen aufhalten, deren CO2 – Ausstoß durch die Atmung die Qualität der angesaugten
und verdichteten Luft negativ beeinflusst, muss keine Ansaugleitung (Schlauch) verlegt werden, die die Luft aus dem Freien direkt zum Kompressor führt. Doch aufgepasst, von einer
rege befahrene Straße vor dem Fenster darf die Luft nicht angesaugt werden. Unsere Räumlichkeiten werden rundum von frischer oberbayerischen Luft versorgt, der Standort des
Kompressors ist in einem großen Kellerraum, der alle Voraussetzungen erfüllt.
Die erste Inbetriebnahme ist spannend, obwohl von uns schon diverse Kompressorseminare
absolviert wurden und auch Großanlagen bedient werden könnten. Doch der erste Druck auf den Schalter und das darauf einsetzende typische Geräusch, das an so viele Aufenthalte an
weltweit verstreuten Basen erinnert, macht Laune. Ein Gehörschutz ist angeraten und sollte generell getragen werden. Doch halten sich leider extern an vielen Füllorten, die an
offenen Kompressoren und nicht geräuschgedämmten Füllanlagen arbeitenden Assis und Tauchlehrer kaum an diese Auflage und wundern sich nach Jahren über ein Nachlassen der eigenen
Hörleistung. Ein wenig Sorge bereitet die Wirkung des typischen Verdichtersound auf die Hörnerven der Nachbarn. Doch hier wird auf konkrete Nachfrage Entwarnung signalisiert.
Der JUNIOR II zieht akustisch nicht in die benachbarte Kelleretage ein, obwohl das gute Stück auf Betonboden steht.
Doch ohne Betriebsanleitung, die – sagen wir sehr
sachlich ist - geht es natürlich nicht. Wer in der Interpretation kühler technischer Details und Redewendungen nicht erfahren ist, muss sich die Inhalte bewusst erarbeiten. Ein
paar Fotos anstatt überwiegend Schnittzeichnungen würden da schon etwas Abhilfe schaffen. Die Inhalte didaktisch auch etwas näher an den normalen Sporttaucher und Nichttechniker
heranzubringen täte gut. Ähnliches schaffen ja auch die Anleitungs - Autoren von wesentlich komplexeren Geräten der Unterhaltungselektronik oder von Kraftfahrzeugen. Und einen
kleinen Fehler entdeckten wir im intensiven Studium der Anleitung auch, hier war die Darstellung des dritten Kondensat – Abscheideventils vergessen worden. Auch Fachleuten
kann das unterlaufen, kennt man die Maschine in- und auswendig, dann fallen manchmal solche Details nicht mehr auf.
Das Füllen ist kein besonderer Akt, wohl am wichtigsten
ist die Einhaltung der Zeitintervalle, in denen der Kondensatablass zu erfolgen hat. Nach jeweils 15 Minuten müssen in genauer Reihenfolge drei Ventile geöffnet werden, die
gesammelte Feuchtigkeit mit geringen Ölanteilen abscheiden. Im Triplexfilter, der Austauschintervallen in Abhängigkeit der Füllmenge und der Temperatur beim Füllvorgang
unterliegt, werden die restlichen, dampfförmigen Öl- und Wasseranteile ausgefiltert um so der EN 12021 entsprechende reine Luft in die Flasche zu drücken.
Nach einer Stunde
ist der erste Füllvorgang beendet, insgesamt wurden drei Flaschen mit je 15, 12 und 10 l Volumen mit einer Restmenge von je 100 bar auf 225 bar gedrückt. Das entspricht also 4400
l komprimierter Luft oder zwei 10 l Flaschen. Und da rechnen wir schon das erste Mal nach. Der Stromverbrauch von 2,2 KW kostete brutto 38,94 Eurocent. Der Fahrtweg zum nächsten
Füllbetrieb hätte hin- und zurück 40 km betragen, das entspricht einer Ersparnis von € 14,80 für die Fahrzeugkosten. Zur reinen Füllzeit muss man noch die Fahrtzeit
hinzurechnen, die wir mit Wartezeit beim Füllbetrieb gemittelt auf 40 Minuten ansetzen. Netto hatten wir 60 Minuten Zeitaufwand am eigenen Standort, wobei man natürlich nicht
neben dem laufenden Kompressor auf die Kondensat – Ablassintervalle warten muss. Man kann in der Zeit eine Menge anderer Dinge erledigen. Durchschnittlich hätte die
Befüllung der drei Tanks € 18,50 gekostet, setzt man einen Füllbetrieb voraus, der – wie oft üblich – die Restfüllmenge nicht berücksichtigt und dessen
Kalkulation tatsächlich die Kostenlage wiederspiegelt inklusive der Personalkosten.
Auch wenn es verlockend ist, Shops, die unter den tatsächlich anzusetzenden geringsten
Kosten Flaschen befüllen erscheinen uns in gewisser Weise suspekt. Man mag sich dort überlegt haben, dass mit Dumpingpreisen ein gewisses Klientel angelockt werden kann, das, ist
es schon einmal im Laden, dann auch noch etwas kauft. Doch diese Rechnung geht oft nicht auf und man bleibt auf den Betriebskosten der Füllanlage erst einmal sitzen. Der nächste
Schritt ist dann an den Betriebskosten des Kompressors sparen zu wollen, Triplexfilterwechsel werden dann vielleicht hinausgeschoben, an anderer Stelle versucht man
Aktivkühlefilter selbst herzustellen, der Ölwechsel zieht sich hinaus und notwendige Wartungen nach Betriebsstunden fallen so lange aus, bis was klemmt. Dass die Qualität der
Atemluft bei solcher Vorgehensweise nicht mehr akzeptabel ist und sogar Wasser in die Flaschen gelangen kann, sollte doch nachdenklich stimmen. Geiz ist schon lange nicht mehr
geil und hier sogar fahrlässig.
In der oben geschilderten Weise haben wir genau 6 Monate für den eigenen Bedarf 22 Mal den JUNIOR II in Betrieb genommen und dabei 42
Flaschen unterschiedlicher Volumina gefüllt. Dabei wurden 65.570 l Luft verdichtet und auf 10 l Tanks umgerechnet 30 Flaschen auf 225 bar (225 bar lt. Druckanzeige und ansprechen
des Überdruckventils) gefüllt. Das kann sich sehen lassen und ist bei einer Ausnutzung von durchschnittlich 2 Tauchern mit regelmäßigen Aktivitäten repräsentativ. Auf dem
freien Markt hätten wir im Mittel € 205,00 für die Füllungen bezahlt. Intern war der Kompressor 15,76 Stunden in Betrieb, bei externen Füllungen hätten wir mit Fahr- und
Wartezeit im Minimum 36,66 Stunden aufwenden müssen. Die Zeitersparnis hier ist bereits beachtlich, es sind 20,9 Stunden zu unserem Vorteil. Richtig sparen kann man dann bei
den KFZ – Kosten, die angesichts der hohen Benzinpreise eigentlich höher angesetzt werden müssten als die veranschlagten 37 Eurocent je Kilometer, wie sie auch steuerlich
angesetzt werden könnten. Statt 880 Kilometer im Fahrzeug legten zu Fuß nur einige Meter in den Keller zurück und ermitteln einen Betrag von € 325,20 zu unseren Gunsten.
Kostenabrechnung (alle Preise inkl. MWSt)
Interne Ausgaben
Kompressor Anschaffung € 2610,- Abschreibungszeitraum: 4 Jahre
Testphase: ½ Jahr
Anteilige Anschaffungskosten (Anschaffungssumme : 8) € 326,25
Stromkosten 34,66 KW € 6,12 Pauschale für Servicerücklagen € 50,-
Gesamtkosten ½ Jahr € 382,37
Unter Berücksichtigung aller Kosten bei 41 Befüllungen, Einzelpreis € 9,32
Ausgaben bei Füllbetrieb
41x 10 l bei durchschnittlichem Preis von € 5,-- pro Füllung € 205,- Fahrzeugkosten € 325,-
Gesamtkosten externe Füllung € 530,20
Preisvorteil zu unseren Gunsten + € 147,83
Jährliche Ersparnis+ € 295,66 Ersparnis auf 4-jährige Abschreibung + € 1182,64
Gegenüberstellung Anschaffungskosten ./. Ersparnis € 1427,36
Nach 4 Jahren fallen aus der Füllkostenrechnung die Anschaffungskosten weg, so dass eine 10 l Flasche
unserem obigen Rechenbeispiel folgend nur noch € 1,36 kostet, errechnet aus den Energiekosten und der Pauschale für Servicerücklagen. In 4 Jahren haben sich € 400,-
an Servicerücklagen gebildet, was im Einzelfall etwas zu hoch angesetzt sein kann, da weniger Füllungen auch weniger Betriebsstunden nach sich ziehen und entsprechend erst später
größere Servicearbeiten nötig sind. Nach 25 Betriebsstunden muss man in Eigenleistung eine genau beschriebene erste Durchsicht machen. Nach 500 Betriebsstunden kostet ein
Service – nach heutiger Kalkulation - € 33,64, der 1000 Stunden Service kostet € 412,96, der 2000 Stunden Service € 423,40. Unserem Beispiel
folgend werden pro Jahr höchstens 2 Triplexfilter im Austausch benötigt, Einzelpreis € 19,48, ein Liter Öl kostet € 13,34.
Über die Serviceintervalle und den Filterwechsel informiert der B-Timer am Kompressor über ein LC-Display. Wer handwerklich nicht ganz ungeschickt ist, kann den
Service auch selbst durchführen. Die Betriebsanleitung weist genau aus, was überholt werden muss und welche Teile dafür vom Werk notwendig sind.
Fazit
Wir hatten offen gestanden nicht damit gerechnet bei einem Bedarfsvolumen von drei Tauchern so deutliche Fakten für den Betrieb eines eigenen
Kompressors zu recherchieren in der Größenordnung eines Bauer JUNIOR II. Sicher mag die Rechnung ein wenig anders aussehen, ist ein Füllbetrieb in relativer Nähe oder hat für den
einen oder anderen das Meeting im Tauchshop einen hohen kommunikativen Stellenwert. Aber ab zwei engagierten Tauchern, die häufig in den heimischen Gewässern ihrem Hobby
nachgehen, rechnet sich die Anschaffung. Auf jeden Fall sind die eingesparten Fahrzeugkosten und der enorme Zeitgewinn zusätzliche Argumente für den eigenen Kompressor.
Ach ja, wir haben den JUNIOR II gekauft, denn schon ein altes Sprichwort sagt: Eigener Herd ist Goldes wert.
www.bauer-kompressoren.de
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