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Sea & Sea - Gehäuse CX-603
Vergleicht man das EOS 300-Gehäuse von Sea & Sea mit denen von Bruder und UK - Germany, glaubt man auf einem anderen Planeten zu sein. Allerdings auch preislich.
Verarbeitung, Funktionalität, Handling, Komplettierung und Design entstammen einer industriellen Fliessbandproduktion, die stückzahlenmäßig weltweit einmalig ist.
Europäische Hersteller können da aus logistischen und Vertriebsgründen nicht mithalten. Individualismus kann es allerdings nicht mehr geben. Alle Gehäuse sehen gleich
aus und besitzen unisono dieselben Übertragungen und Eingriffe.
Sonderwünsche sind out. Ein Kameragehäuse wie ein Großserienauto. Weitgehend perfekt, fast ohne Macken, bis auf die Übertragung des Moderades. Da kommt es gelegentlich
zum Durchrutschen. Man schraubt die EOS 300 auf eine Grundplatte und schiebt diese in eine Schwalbenschwanzführung. Ein Spannhebel arretiert die Kamera dann auf
den Zehntelmillimeter, egal, wie oft man sie herausnimmt und wieder einbaut. Eine perfekte Konzeption, denn dieser Handgriff kann auch von technisch Unbedarften in
sekundenschnelle ausgeführt werden kann. Verschlossen wird das CX-603 mit zwei samtartig greifenden Schnappverschlüssen, ohne dass man sich an der als Zubehör
erhältlichen Basisschiene CX-Grip die Finger malträtiert. An der Schiene sitzen zwei int. T - Stücke. Seltsam allerdings, dass man diese Halteschiene nur als Option
erhält, denn ohne sie kann man kein externes Blitzgerät an einem Blitzarm befestigen. Japanische Hersteller haben in bestimmten Details eben auch so ihre schrulligen
Eigenheiten. Der CX-Grip sollte aber in jedem Fall mitbestellt werden, schon aus Gründen des Handlings.
Davon unabhängig bietet das Sea & Sea - Gehäuse die Möglichkeit zum Anbringen eines Sea & Sea - Kleinblitzgerätes (YS-30 TTL; YS-60 TTL oder YS-90 TTL) mittels
eines Blitzneigers in einem schräg nach vorne angebrachten Zubehörschuh zentral auf dem Gehäusedach. Damit wird die Ausleuchtung von Makroaufnahmen zum Kinderspiel und
die Fotogerätschaft erfährt eine konkurrenzlos kompakte Dimension.Alle am CX-603 verwendbaren Blitzgeräte müssen eine Nikon - TTL - Blitzsteuerung besitzen. Echte
Nikon - Blitzgeräte können nicht verwendet werden. Die Nikon – TTL - Signale werden in einer eingebauten Konvertierungselektronik auf Canon – TTL - Signale
umgeformt. Das funktioniert anstandslos. Unterschiede zu einer echten EOS - TTL sind mit bloßem Auge nicht feststellbar, obwohl es messtechnisch natürlich besser wäre,
man würde keine Signalumformung machen. Mit diesem elektronischen Trick spart sich Sea & Sea die Produktion eigener amphibischer Canon - Blitzgeräte und der
CX-603-Besitzer kann, wenn er will auch einen Nikon-Systemblitz (SB-24 bis SB-28), einen TTL - selbsterkennenden Subtronic - Flash oder einen Nikon - Amphibienblitz
vom Typ SB-104 oder SB-105 anschließen. Übertragen werden die Blitzsignale über zwei Nikonos - Blitzbuchsen, die senkrecht in den Himmel schauen und nur darauf warten,
dass jemand gedankenlos die nassen Stecker zieht und Salzwasser in die Buchsen rinnt. Hier heißt es etwas aufpassen und das Gehäuse am besten abgetrocknet auf den Port
stellen, wenn demontiert wird.
Sea & Sea verwendet als einziger Gehäusehersteller (Bruder UW - Technik will noch in diesem Jahr folgen) silikonhaltige O-Ringe in blauer Farbe. Diese dürfen nicht
mit gewöhnlichem Silikonfett geschmiert werden, sonst droht Ungemach. Verwendet werden darf nur das von Sea & Sea beigefügte Spezialfett. Der blaue Silikon -
O-Ring besitzt außergewöhnliche Dichteigenschaften und ist weitgehend quetschsicher. Er sollte aber nicht nur mit einem fusselfreien Tuch abgewischt sondern hin und
wieder mit Seife und lauwarmem Wasser gereinigt werden.
Bei den Frontports geht Sea & Sea eigene Wege. Vermutlich aus Kosten- und auch Gewichtsgründen bestehen die Gläser aus Acryl. Für das CX-603 werden drei Planports,
ein Zwischenring und ein Sammeldomeport angeboten. Makroobjektive (50 mm, 100 mm, 180 mm), Zommobjektive und Weitwinkel von 24 mm bis 14 mm einschließlich eines
Fisheyeobjektives können mit guten Ergebnissen montiert werden. Dass nicht mehr spezielle Domeports offeriert werden ist darauf zurückzuführen, dass EOS 300-Fotografen
in den Augen von Sea & Sea nicht unbedingt der Profiklasse angehören und mit zwei bis drei Brennweiten ihr Limit möglicherweise erreicht haben. Mit dieser
Einschätzung liegt der japanische Hersteller sicher nicht ganz falsch. Geradezu genial ist die Bajonettarretierung der sich butterweich drehenden Ports. Ein Schieber
im Gehäuseinnern verriegelt das Bajonett, so dass es von außen weder absichtlich noch versehentlich abgedreht werden kann. Ein Rätsel, weshalb europäische
Gehäusehersteller diese Finesse nicht schon längst nachgeahmt haben.
Fazit:
Sea & Sea - Gehäuse gehören zu den besten am Markt, leider aber auch zu den teuersten. Die Verarbeitung und das Know - How sind erstklassig, das Design eine
Augenweide. Die Gier nach dem starken Stück kann zur Manie werden. Weil der starke Yen nicht nur den Käufer sondern auch den Importeur in die Knie zwingt, ist für
beide Entspannung bei einer Tasse grünem Tee angesagt. Wenn schon pleite, dann aber glücklich.
Mittlerer Preis: ca. Euro 2306,14 (ohne Port)
Infos / Vertrieb: UW - Fotoservice René Aumann
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