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Carbon gefertigt.Kohlefasern entstehen durch Verkokung nicht schmelzbarer Kohlenstoff - Polymerfäden, bestehen deshalb zu ca. 95% aus reinem Kohlenstoff. Für die reine Faser gilt
eine Zugfestigkeit von 900 Newton pro Quadratmillimeter, die Dichte beträgt hingegen nur 1,5 g pro Kubikzentimeter. Kohlefaserkunststoff ist deshalb extrem leicht, wiegt gerade
halb soviel wie eine Aluminiumlegierung. Die hohe Biegefestigkeit (E-Modul) und die hohe Temperaturbeständigkeit machen Carbon zu einem gesuchten Werkstoff, der selbst in
Satelliten zu finden ist. Um Kohlefasern in der Technik einsetzen zu können, müssen die Gewebefasern bez. Faserschnitzel mit einem Matrix-Harz, meist Epoxid, umhüllt werden. Man
nennt eine solche Masse dann Faser-Verbund-Kunststoff, kurz FVK. Ein UW - Gehäuse aus Kohlefaser - FVK besitzt im Durchschnitt eine Zugfestigkeit von 541 Newton pro
Quadratmillimeter, was allgemeinem Baustahl ST 50 nach DIN 17 100 entspricht.
Das verblüffende an Kohlefaser-Kunststoff ist aber seine Reparaturfreundlichkeit. Risse in einem UW - GehŠuse (aus dem 10. Stock gefallen), ein falsch gebohrtes Loch (Bastlers
Alptraum), eine ausgefranste O-Ring - Nut (Dichtung mit Hammer und Meißel entfernt) oder eine vernudelte Bohrung (Brille und Gefühl vergessen), können spielend leicht ausgebessert
werden. Denn der neue Kohlefaser - FVK verbindet sich mit dem Altmaterial, als wäre alles schon immer aus einem Guss gewesen. Das Bindematerial Epoxidharz ist ein duroplastischer
Kunststoff, den es bereits seit 1934 gibt. Die bei einer Druck - Biege oder Zugbelastung auftretenden Kräfte werden vom Harz nahezu verzögerungsfrei und ohne Substanzschäden auf
die Fasern übertragen. Epoxidharz härtet kalt aus und kann danach nicht mehr plastisch verformt werden, ist zudem weder schmelz- noch schweißbar.
Organische Lšsungsmittel können dem Harz nichts anhaben. Gehäuse aus Kunststoff kommen seit Jahrzehnten in der UW - Fotografie vor, allerdings nicht aus Carbon. Die bekanntesten
sind die amerikanischen von Ikelite (seit Anfang der Siebziger Jahre) und Nimar (aus Italien). Auch für eines der frühen Amphibienblitzgeräte, den Marlin von mfi, wurde bereits
vor über 20 Jahren ein gespritztes Kunststoff - Gehäuse hergestellt. Heute ist Kunststoff nicht mal ein Hinderungsgrund für die Herstellung von wasserdichten Kameras. Alle Sea
& Sea - Produkte (Motormarine, Blitzgeräte, Zwischenringe etc.) bestehen aus Kunststoff. Nichts rostet, nichts korrodiert! Die Handelsnamen der verwendeten Kunststoffe hören
sich verführerisch an, Delrin (Polyoximethylen), Makrolon oder Lexan (Polycarbonat). Selbst Domegläser werden heute noch zum Teil aus Acryl (Polymethylmethacrylat) hergestellt.
Seinen etwas zweifelhaften Ruf hat Kunststoff durch die flapsige Bezeichnung Plastik oder Plaste erhalten. Die Verarbeiter werden aber fuchsteufelswild, wenn man ihnen so kommt.
Für Kohlefasertechniker Frank Bruder hört sich diese Bezeichnung sogar wie ein Schimpfwort an.
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