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Fast ein Geheimtipp sind die Lampen des Herstellers erasmus aus Rheinberg. Von einer breiten Öffentlichkeit – noch –
unbemerkt vertreibt man drei günstig kalkulierte Taucherhandlampen, die auch hohe Ansprüche erfüllen und ein einzigartiges Extra bieten – eine spezielle
Instrumentenbeleuchtung. Mit der VISON I haben wir uns ausführlich befasst.
Es ist erstaunlich, dass angesichts eines breiten Markts trotzdem immer wieder
neue Namen die Taucherlampenszene erhellen. Um heute die Aufmerksamkeit auf seine Produkte zu lenken, muss man sich etwas einfallen lassen, so geschehen bei erasmus.
Einmal wurde der Preis äußerst günstig gehalten, zum anderen gibt es auf Wunsch das einzigartige Feature einer Instrumentenbeleuchtung. Wie der Hersteller selber sagt,
gelingt es ihm durch Einsparungen im Marketing und einer überschaubaren Lagerhaltung die vorliegende Kalkulation zu halten, außerdem drückt die Verwendung von gleichen
Baugruppen in allen drei Lampenvarianten die Kosten. Trotzdem kann man als Kunde von erasmus auch einmal Sonderwünsche äußern, wie die individuelle Abstufung der
elektronischen Dimmung auf persönliche Bedürfnisse.
Äußerlich ist die erasmus VISION I, die beim Hersteller als Einsteigermodell bezeichnet wird, ein Klassiker.
Silbern eloxiertes Alurohr mit designorientierten Vergrößerungen des Rohrdurchmessers zur Aufnahme der Gewinde von Bodengruppe und Frontabschluss, klassisch gebogener
Alubügelgriff mit Bohrung für ein Befestigungstool, Drehschalter. Der Drehschalter ist federnd gelagert und überträgt die Schaltbefehle magnetisch auf eine
Elektronik. Farbige Symbole lassen erkennen, in welchem Betriebszustand sich die Leuchte gerade befindet. Rotes Symbol des Schalters gegenüber grüner Markierung
bedeutet „Einschaltsperre“, so kann die Lampe gefahrlos transportiert werden. Zum Überwinden der Sperre muss man den gefederten Drehknopf etwas anheben. Dann
stehen sich das rote Symbol und die blaue Markierung gegenüber. Die Lampe ist abgeschaltet aber betriebsbereit. Dreht man nun so weit, bis sich beide roten Symbole
gegenüberstehen, leuchtet die Lampe in der geringsten Dimmstufe. Dreht man den Schalter innerhalb von 2 Sekunden zwischen der blauen und der roten Markierung, steigert
sich die Helligkeit bis zur vollen Leistung, die erasmus bedingt durch die 14,4 V Überspannung des 3 Ah NiMH Akkus mit 125% bezeichnet. Schaltet man in dieser Art
weiter, dimmt man die Leuchte. Bleibt der Schalter auf der blauen Markierung, erlischt mit zwei Sekunden Verzögerung das Licht. Vom Hersteller werden Dimmstufen von
60%, 80%, 100% und 125% voreingestellt, was bei Verwendung eines 35 W Leuchtmittels und voller Leistung eine Brenndauer von 60 Minuten ergibt. Damit kann man sehr gut
leben, zumal das mitgelieferte Schnellladegerät (Anschluss 230 V) ein leeres Akkupaket in längstens 2,5 Std. regeneriert. Zum belüfteten Ladevorgang schraubt man
die Reflektoreinheit ab, deren Gewinde mit 2 O-Ringen gedichtet ist und dessen gehärtetes Borosilikatglas auch hohe Temperaturunterschiede verträgt. Die VISION I
ist mit einem 35 W Kaltlichtspiegel Leuchtmittel ausgestattet und verzichtet so auf einen eigenen Metallreflektor mit getrenntem Halogenbrenner (optional aber zu
bekommen). Die Charakteristik des Spiegels im Leuchtmittel kann man je nach Bedarf selber wählen, benötigt man einen Floodreflektor einfach das Leuchtmittel wechseln.
Da zum Erreichen der Ladebuchse die Lampe aus dem Stiftsockel gezogen werden muss, empfiehlt sich durchwegs die Verwendung der Kaltlichtspiegelbrenner, da deren
Stiftkontakte wesentlich robuster sind als die der kleinen Halogenbrenner. Als Extra bietet das Testmodell eine in der Bodengruppe integrierte weiße LED, die sich
beim Einschalter der Leuchte automatisch zuschaltet und deren Stromverbrauch so gering ist, dass sich die Betriebswerte dadurch nicht ändern Neben den elektronisch
erzeugten Dimmstufen, einem Tiefentladeschutz und einem Softstart zur Lampenschonung ist ein Temperaturfühler im Akkupaket integriert, der den Ladestrom im Bedarfsfall
herunterregelt. Die Verarbeitung macht insgesamt einen guten Eindruck.
Einsatz
Das Studium der Betriebsanleitung lässt keine Fragen offen und
ist nach ein paar Minuten erledigt. Die VISON I gibt danach keine Rätsel mehr auf den Weg. Seinen Tauchpartnern sollte man beim Briefing die Schaltmimik erklären,
damit im Bedarfsfall auch der Buddy mit der Leuchte ohne probieren zu müssen umgehen kann. Mit dem Bügelgriff kann man die VISON I gut in den Gurten des Jackets
verstauen, der Abtrieb ist moderat und auch bei Tauchgängen am Tag lässt sie sich wirkungsvoll einsetzen. Mit und ohne Handschuhe ist das Handling gleichermaßen
problemlos, ebenso die bedarfsweise Überwindung der Einschaltsperre. Das Instrumentenlicht ist eine gute Idee, man wundert sich, dass hier noch niemand anderes
reagiert hat. Die LED ist hell genug Uhren und Computer abzulesen, ohne den Lichtkegel der Leuchte dafür benutzen zu müssen.
Fazit
Die VISON I
von erasmus hinterlässt rundum einen guten Eindruck. Wer scharf zu kalkulieren weiß, könnte hier an der richtigen Adresse sein. Einzige sichtbare Zugeständnisse an
eine kostengünstige Lösung ist das Entfernen des Leuchtmittel beim Laden und die Beschränkung des Ladegeräts auf 230 V Netzanschluss.
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