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Nachwuchs von erasmus erreichte uns wenige Stunden vor Abflug ans Rote Meer. Passender konnte das Timing nicht sein, sind die jüngsten
Entwicklungen des Herstellers aus Rheinberg durch Trennung von Elektronik und Akkueinheit voll flugtauglich und entsprechen so den strengen Vorgaben des
Luftfahrt-Bundesamtes.
Bewährtes und Neues ergänzen sich in den von uns getesteten Modellen vision „xs hlx“ und vision „II hlx“. Gleich ist
beiden die neu entwickelte Steckverbindung, die den Akku von der Bodengruppe mit der elektronischen Schalteinheit trennt und somit im Bedarfsfall auch strengste
Kontrollen des Handgepäcks entschärft, weil die einzeln transportierten Komponenten, im mitgelieferten Transportköfferchen, den Betrieb der Leuchten unmöglich machen.
Dem Hersteller ist mit der Auslegung der Steckverbindung, drei vergoldete Stiftkontakte, ein großer Wurf gelungen, denn die Verbindung ist so stabil, dass sich die
Bodengruppe und der Akkublock mit Leuchtmittel nicht in eigener Regie trennen können. Außerdem sind die Kontakte in einem Dreieckprofil so angeordnet, dass eine
verpolungssichere Verbindung hergestellt wird, die optisch durch zwei weiße Markierungen symbolisiert ist und das Zusammenfügen zum Kinderspiel wird. Natürlich kann
man an dieser Stelle weiterdenken und die flugtaugliche Konstruktion gleich als Möglichkeit nutzen eine weitere Akkueinheit zu ordern, wenn die Lampen in kurzen
Abständen mit ihren vollen Kapazitäten genutzt werden sollen, also wären Tauchschulen und Basen an diesem Mehrwert durchaus interessiert. Ein weiteres Novum ist die
Verwendung von HLX – Brennern. Um diese besonders hell strahlenden Leuchtmittel auch im Überspannungsbetrieb (vision xs hlx 7,2 V, vision II hlx 14,4 V)
schonend zu betreiben, ist die Elektronik entsprechend abgestimmt worden. Baulich unterscheiden sich die beiden Leuchten in erster Linie durch die Größe, ergo durch
die Akkukapazität und die zu verwendenden Brenner. Während die kleine vision xs hlx aus dem 7,2 V NiMH Akku (4500 mAh) bei voller Lichtleistung (Dimmerstellung
125%) für einen 6 V / 20 W Brenner 80 Minuten Leuchtzeit zieht, schafft es der größere Bruder mit entsprechendem 14,4 V Paket einen 30 W Brenner beachtliche 95 Minuten
ungedimmt strahlen zu lassen. Diese Werte können sich sehen lassen.
Im Design orientieren sich die erasmus - Leuchten an klassischen Vorbildern, eloxiertes
Alurohr mit designorientierten Vergrößerungen des Rohrdurchmessers zur Aufnahme der Gewinde von Bodengruppe und Frontabschluss, gebogener Alubügelgriff mit Bohrung für
ein Befestigungstool und Drehschalter. Der Drehschalter ist federnd gelagert und überträgt die Schaltbefehle magnetisch auf eine Elektronik. Farbige Symbole lassen
erkennen, in welchem Betriebszustand sich die Leuchte gerade befindet. Rotes Symbol des Schalters gegenüber grüner Markierung bedeutet „Einschaltsperre“, so kann
die Lampe gefahrlos transportiert werden. Zum Überwinden der Sperre muss man den gefederten Drehknopf etwas anheben. Dann stehen sich das rote Symbol und die blaue
Markierung gegenüber. Die Lampe ist abgeschaltet aber betriebsbereit. Dreht man nun so weit, bis sich beide roten Symbole gegenüberstehen, leuchtet die Lampe in der
geringsten Dimmstufe. Dreht man den Schalter innerhalb von 2 Sekunden zwischen der blauen und der roten Markierung, steigert sich die Helligkeit bis zur vollen
Leistung, die erasmus (begründet mit dem Überspannungsbetrieb) mit 125% bezeichnet. Schaltet man in dieser Art weiter, dimmt man die Leuchte. Bleibt der Schalter auf
der blauen Markierung, erlischt mit zwei Sekunden Verzögerung das Licht. Vom Hersteller werden Dimmstufen von 60%, 80%, 100% und 125% voreingestellt. In längstens
3,5 Stunden macht der mitgelieferte Schnelllader von FRIWO die vision II hlx wieder flott, maximal 2,5 Stunden sind bei der kleineren Version einzuplanen. Der
5-polige Ladestecker findet seinen Anschluss neben dem Reflektor. Die Größe des Steckers macht es erforderlich den Reflektor abzuziehen, damit der Kontakt hergestellt
werden kann. Wer ganz sicher gehen will, zieht den Brenner ebenfalls aus dem Sockel, damit beim Hantieren mit dem Ladestecker das Leuchtmittel nicht beschädigt wird
(Fingerabdrücke oder Abbrechen des Stiftsockel). Vielleicht entschließt man sich einmal einen abgewinkelten Stecker zu verwenden um den Ladeanschluss zu vereinfachen.
Angesichts des Preis/Leistungsverhältnisses kann man aber nicht laut meckern. Als Extra bietet das größere Testmodell eine in der Bodengruppe integrierte weiße LED,
die sich beim Einschalter der Leuchte automatisch zuschaltet und deren Stromverbrauch so gering ist, dass sich die Betriebswerte dadurch nicht ändern. Mit dieser
kleinen Extralichtquelle können beim Nachttauchgang die Instrumente beleuchtet werden ohne den Lichtkegel von der UW-Szenerie wegschwenken zu müssen. Dieses
Instrumentenlicht kann auch mit der vision xs hlx geordert werden. Neben den elektronisch erzeugten Dimmstufen, Tiefentladeschutz und Softstart (zur Lampenschonung)
ist ein Temperaturfühler im Akkupaket integriert, der den Ladestrom im Bedarfsfall herunterregelt. Die Verarbeitung macht insgesamt einen guten Eindruck.
Einsatz
Das Studium der ausführlichen Betriebsanleitung lässt keine Fragen offen und ist nach ein paar Minuten erledigt. Die vision gibt danach keine Rätsel
mehr auf den Weg. Seinen Tauchpartnern sollte man beim Briefing die Schaltmimik erklären, damit im Bedarfsfall auch der Buddy mit der Leuchte ohne probieren zu müssen
umgehen kann. Mit dem Bügelgriff kann man die Leuchten gut in den Gurten des Jackets verstauen, der Abtrieb der vision II hlx ist moderat, die vision xs hlx spürt man
am Equipment praktisch nicht. Auch bei Tauchgängen am Tag lässt sich die vision II hlx wirkungsvoll einsetzen, auf kürzere Entfernungen ist die xs hlx auch
tagtauglich. Mit und ohne Handschuhe ist das Handling gleichermaßen problemlos, ebenso die bedarfsweise Überwindung der Einschaltsperre. Das Instrumentenlicht ist eine
gute Idee, man wundert sich, dass hier noch niemand anderes reagiert hat. Die LED ist hell genug Uhren und Computer abzulesen, ohne den Lichtkegel der Leuchte dafür zu
verwenden.
Fazit
Die jüngsten vision - Leuchten von erasmus hinterlassen erneut einen guten Eindruck. Wer scharf zu kalkulieren weiß, könnte auf
der Suche nach besonders flugtauglichen Leuchten inklusive Schnelllader, die als Nebeneffekt auch noch eine Wechselakku-Option bieten, an der richtigen Adresse sein.
Einzige sichtbare Zugeständnisse an eine kostengünstige Lösung ist das Entfernen des Leuchtmittel beim Laden.
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